Wo blieb Unterstützung für Infrastruktur der Aue II?
SPD und Freie Wähler zum Beitrag: Die Ziele linker Politik nicht aus den Augen verlieren (FW v. 03.11.09)
Wie ehrlich sind die Suhler Linken eigentlich, wenn sie verkünden, dass „die Lebensbedingungen und Infrastrukturen in den Wohngebieten der Stadt bestmöglich erhalten bleiben“ sollen? Für die Aue II jedenfalls hat der Großteil der Suhler Stadtratsfraktion jener Partei eine ganz andere Position vertreten, als es darum ging dort für die Bürger wieder einen Einkaufsmarkt zu etablieren . Nun, nach den Äußerungen von Fraktionschef Holger Auerswald auf gleicher Versammlung, eine Konzentration der Suhler Sportstätten in der Aue II vorzusehen, könnte man natürlich Schlussfolgerungen ziehen. Verhinderten er und die Mehrheit der Mitglieder seiner Stadtratsfraktion deshalb, gemeinsam mit CDU und Aktiv für Suhl, das Vorhaben „Nahversorgungszentrum in der Aue II“?
Denn auf den Flächen, um die es jetzt auch geht, wollte ein Unternehmen das vormalige Handels- und Dienstleistungszentrum Aue II in neuer Form wieder entstehen lassen. SPD und Freie Wähler haben das auf Wunsch vieler Bürger des Wohngebietes massiv unterstützt. Diese beiden Stadtratsfraktionen fragen sich, was wäre eigentlich an der Wiederbelebung der ursprünglichen Handels- und Dienstleistungsfläche in der Aue II so schlimm gewesen? Die Investoren-Firma war in Verhandlung mit dem Dänischen Bettenlager (das ist inzwischen an den Rand der Stadt gezogen!) und mit einem Lebensmitteldiscounter. In die Gebäude, auf deren Architektur die Stadt zumindest hätte Einfluss nehmen können, sollten außerdem die dort ansässigen Dienstleister wie Friseur, Sparkasse etc. mit einziehen. Die GeWo hätte für ihren Flächenverkauf ca. eine Million Euro (!) einnehmen können, die Stadt Suhl für ihre Grundstücke über 200 000 Euro. Der Verkaufspreis für die Rewe-Halle stand ebenfalls fest. Mit dieser Investition wäre die Gesamtfläche neu gestaltet worden, einschließlich Parkplätzen, die für das Aue-Stadion mit nutzbar gewesen wären. Es wäre den Belangen der Bewohner Rechnung getragen worden und die TLG hätte für ihre Fläche auf dem ehemaligen Hänel-Gelände wahrscheinlich vorerst keine Markt-Betreiber gefunden. Nunmehr ist das Handels- und Dienstleistungszentrum durch erfolgreiche Verzögerung und Verhinderung, durch fehlende Mehrheiten im Stadtrat, Konjunktiv und Geschichte.
Natürlich sind wir nicht gegen den Sport. Im Gegenteil, der ist uns sehr wichtig.
Aber seltsamerweise wurde vor einigen Jahren, als die SPD die Sanierung der vorhandenen Sportflächen in der Aue II anregte, diese Initiative weder von den Linken noch von der CDU befördert. Zwischenzeitlich wurde mit Fördermitteln des Landes eine regionale Sportstätte in Zella-Mehlis errichtet, so dass mit großer Wahrscheinlichkeit Fördermittel für ein Suhler Vorhaben nicht zu erwarten sind. In dem gegenwärtigen Vorstoß der Linken zur Konzentration der Sportflächen in der Aue, können wir deshalb nur eine öffentlichkeitswirksame Absicht vermuten, welche bisher noch jeglicher Grundlage entbehrt. Oder wird daran gedacht, den Kunstrasen-Sportplatz vom Haseltal, der bei Neuanlage richtig viel Geld kostet, in der Aue II zu etablieren? Ob in diesem Wohngebiet eine Erweiterung der Sportflächen aus Lärmschutzgründen überhaupt möglich ist, ob wir die dazu erforderlichen Finanzen aufbringen können, welcher Bedarf da ist, wäre doch zunächst mit den zuständigen Gremien zu besprechen gewesen. Wir jedenfalls werden uns kurzfristig mit den Verantwortlichen des Sportbundes und der Stadt, bzw. unter Einbeziehung des Kultur- und Sportausschusses informieren, ob derartige Pläne vorgesehen sind.
Ingrid Ehrhardt, Fraktionsvorsitzende Freie Wähler
Karin Müller, Fraktionsvorsitzende SPD










