Wenn es sie nicht gäbe, müssten sie erfunden werden

Veröffentlicht am 15.02.2007 in Arbeit & Wirtschaft

SPD Kritisiert PDS-Vorschlag zur Auflösung der Behindertenwerkstätten

Saalfeld/Rudolstadt. Die kritischen Äußerungen des PDS-Landtagsabgeordneten Nothnagel zur Arbeit der Behindertenwerkstätten werden vom SPD-Kreisvorstand aufs schärfste verurteilt:

?Ausgerechnet die PDS ? die ja an anderer Stelle immer wieder einen staatlich organisierten 3. Arbeitsmarkt fordert ? will nun das gut funktionierende System der Behindertenwerkstätten zurückfahren. Das ist mir schier unbegreiflich?, so der SPD-Kreisvorsitzende Robert Geheeb. ?So wie sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Moment ? trotz des Aufschwungs ? darstellt, scheint eine Integration von Menschen mit Behinderungen in den 1. Arbeitsmarkt illusorisch.?

Der Abbau der Behindertenwerkstätten führe wohl eher dazu, Menschen mit Behinderungen gänzlich vom Arbeitsmarkt zu isolieren. Trotz intensivster Bemühungen der Werkstätten selbst, wird es nicht möglich sein, alle Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Die Gründe sind zu vielschichtig, um sie mit ein paar Sätzen abhandeln zu können. Insofern kann die Kreis-SPD den Ausführungen des PDS-Landtagsabgeordneten Nothnagel nur mit Unverständnis und Verärgerung begegnen. Hier ist es zwar gelungen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu richten - aber um welchen Preis?!

Damit wird man den Anliegen der psychisch Kranken, der geistig und mehrfach behinderten Mitmenschen nicht gerecht und verunsichert deren Angehörige.
?Herr Nothnagel scheint vergessen zu haben, was Karl Marx m.E. völlig korrekt feststellte: Der Mensch, wird erst durch Arbeit zum Mensch, er definiert sich, sein Selbstwertgefühl und seine Stellung in der Gesellschaft zu allererst über seine Arbeit.?

Und das ist es, was die Behindertenwerkstätten neben der pädagogischen Betreuung mit großem Erfolg leisten, sie geben den dort arbeitenden Menschen das unverzichtbare Gefühl, gebraucht zu werden.

Davon, von der wertvollen Arbeit unserer Behindertenwerkstätten, konnten sich der SPD-Kreisvorstand sowie die Ortsvereine Rudolstadt und Schwarza während einer Besichtigung der neuen Räumlichkeiten der Rudolstädter "Zweigwerkstatt an der Bleichwiese" erst vor wenigen Tagen ein Bild machen.

Unter der kompetenten Führung von Frau Dr. Biste, der Geschäftsführerin des "Lebenshilfewerks Ilmenau-Rudolstadt" wurden die neuen Räumlichkeiten, das farbenfrohe Gebäude neben dem Siemens-Areal in Rudolstadt, besichtigt. Im Anschluss entwickelte sich eine fruchtbare Diskussion, in der sich u. a. bestätigte, wie wichtig - ja unverzichtbar - dergleichen Einrichtungen sind.

Robert Geheeb
Vorsitzender der SPD
des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt

 
 

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