Mit dem "Waldfriedhof Suhl-Nord" soll sich nach dem Willen der SPD-Fraktion im Stadtrat Suhl dieser in seiner nächsten Sitzung erneut befassen. Denn das Vorhaben ist für die Sozialdemokraten nicht mehr vertretbar.
"Die Rahmenbedingungen haben sich einfach grundlegend verändert", so der SPD-Fraktionsvorsitzende Falk Haase. Als die Planungen gestartet wurden habe Suhl über 10.000 Einwohner mehr verfügt. Und der Bevölkerungsrückgang geht konsequent weiter, für das Jahr 2010 werden lediglich noch ca. 37.000 Einwohner für die Stadt prognostiziert. Darüber hinaus habe sich das Bestattungsverhalten verändert, weg von der Erdbestattung zur Feuerbestattung. Auch sei ein Trend zur anonymen Bestattung "in der grünen Wiese" zu verzeichnen. Dies alles rechtfertigt es nach Ansicht der Suhler Sozialdemokraten nicht, mindestens weitere 700.000 ¤ in das Projekt zu investieren, eine Feierhalle ist in diesem Betrag noch nicht enthalten. Das bedeutet aber, dass bei einer Nutzung beispielsweise der Feierhalle auf dem Suhler Hauptfriedhof noch mehr Kosten auf den Bürger zukämen, entweder in Form höherer Friedhofsgebühren oder durch direkte Kostenverlagerung auf die Angehörigen, "das Sterben würde in Suhl somit noch teuerer!", so Falk Haase.
Die Stadt Suhl einschließlich der Ortsteile verfügt zur Zeit über 9 kommunale und kirchliche Friedhöfe. Diese Zahl ist für eine Stadt der Größenklasse Suhls durchaus ausreichend. "Wer das Projekt "Waldfriedhof Suhl-Nord" mit aller Gewalt weiter betreiben will, der gefährdet die Friedhöfe in den Ortsteilen", ist sich Falk Haase sicher.
Die SPD-Fraktion im Stadtrat Suhl wird daher den Antrag stellen, den Oberbürgermeister zu beauftragen, die Planungen zur Errichtung des Friedhofes und deren weitere bautechnische Umsetzung unverzüglich einzustellen. Stattdessen soll die Nutzung der bestehenden Friedhöfe für die Zukunft gesichert werden. Gleichzeitig soll der Oberbürgermeister beauftragt werden, für die zukünftige Nutzung des Areals mögliche Alternativen zu entwickeln und diese dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. "Alles andere ist vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Stadt Suhl nicht mehr vertretbar", so Falk Haase abschließend.
Falk Haase