Auch wenn es auf den ersten Blick ein Erfolg für Jena ist: dass das "NPD-Fest der Völker" nun am 13.09. in Altenburg stattfinden soll, macht die Lage keinen Deut besser. Das Jenaer Aktionsbündnis wird das "Altenburger Bündnis gegen Rechts" aktiv unterstützen. Auch die SPD Jena ist mit dabei.
Von Jena aus werden Busse nach Altenburg fahren. Interessenten können sich für die Fahrt nach Altenburg beim Jenaer Aktionsnetzwerk anmelden unter
mail [ät]aktionsnetzwerk.de oder Telefon 0151 - 51 409 896
Innerhalb weniger Tage sind beim Altenburger Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus die ersten Unterschriftslisten zur Altenburger Erklärung eingetroffen. In nur wenigen Tagen kamen bis jetzt weit über 400 Unterstützer zusammen. "Mit der Aktion sind wir bis jetzt sehr zufrieden. Der Großteil der Listen ist noch im Umlauf, so dass wir mit einer breiten Unterstützung bis zum 13. September rechnen können", erklärt Anne-Kristin Ibrügger vom Aktionsbündnis.
In der Altenburger Erklärung machen Unterstützer deutlich, dass sie sich dazu bekennen, auf friedlichem Wege die Veranstaltung der Neonazis am 13. September in Altenburg zu blockieren. Zu den bisherigen Unterzeichnern gehören neben Bürgern aus allen gesellschaftlichen Schichten auch Landtagsabgeordnete, Kommunalpolitiker oder Unternehmer der Region. Teilweise wurden Unterschriftslisten bei dem Aktionsbündnis auch mit Geldspenden abgegeben.
Doch noch weitere Unterstützung wird den Altenburgern zuteil. Nicht nur viele Bürger der Stadt Jena werden am Tag des sogenannten "Festes der Völker" nach Altenburg kommen, auch die bundesweite Aktion "Laut gegen Nazis" ist ab sofort Partner des Altenburger Aktionsbündnisses. "Laut gegen Nazis" selbst wird von Künstlern wie den Fantastischen Vier oder den Sportfreunden Stiller unterstützt.
Laut soll es auch in Altenburg als Alternative zum "Fest der Völker" werden. "Mit einer eigenen Veranstaltung werden wir für ein tolerantes, demokratisches und buntes Altenburg eintreten", kündigt Anne- Kristin Ibrügger vom Aktionsbündnis an. Anmelder der Veranstaltung sind vier Landtagsabgeordnete der CDU, SPD und der Linken. "Uns ist es wichtig, dass der Kampf gegen braunes Gedankengut überparteilich und Hand in Hand mit allen demokratischen Kräften der Region geführt wird", erläutert SPD-Landtagsabgeordneter Dr. Hartmut Schubert, der sich ebenfalls im Aktionsbündnis engagiert.
Zum Hintergrund:
Seit 2005 veranstaltet die NPD in Jena das sogenannte "Fest der Völker". Dabei handelt es sich um ein europäisches Festival rechtsextremer Bands. Getarnt als politische Kundgebung nutzt die NPD die Veranstaltung zur Sammlung von Geld. An Stelle von Eintrittgeldern werden "Spenden" gesammelt. Der Name "Fest der Völker" geht auf den Prolog des Leni-Riefenstahl-Filmes "Olympia" zurück, den die Regisseurin im Auftrag von Joseph Goebbels 1936 drehte. Mittlerweile ist es einem breiten Bündnis aus Jenaer Bürgerinnen und Bürgern gelungen, das Fest aus der Thüringer Stadt zu vertreiben. In Folge dessen meldeten die Veranstalter das "Fest der Völker" in Altenburg an. Geplant sind neben den Auftritten von Bands aus der Rechtsrock-Szene, auch Redebeiträge von Neonazis aus Deutschland, England oder Bulgarien.
Links
Altenburger Aktionsbündnis gegen Rechts
Altenburger Erklärung