„Keinen Grund zum Feiern“ sieht Hans-Jürgen Döring im Abschneiden
Thüringens bei dem jetzt von der Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft veröffentlichten „Bildungsmonitor 2008“.
Zwar habe
Thüringen im Bundesländervergleich dort einen dritten Platz belegt
und komme zu überdurchschnittlichen Bewertungen bei den Bildungsausgaben
und beim Schüler-Lehrer-Verhältnis. Der bildungspolitische Sprecher der
SPD-Fraktion verweist darauf, dass die Studie gleichzeitig aber auch das
zu hohe Durchschnittsalter der Thüringer Lehrerschaft und die fehlende
Berufschancen für Nachwuchspädagogen beklage. „Der Bildungsmonitor
bewertet diese Fakten zu recht als Beleg für die unzureichende Effizienz
des Mitteleinsatzes im Bildungsbereich“, sagt Döring. Hier komme
Thüringen im Ländervergleich lediglich auf Platz 13.
Der „Bildungsmonitor“ mache zudem erneut klar, dass es mit der
sozialen Gerechtigkeit des Thüringer Schulwesens nicht weit her sei.
Beim Punkt „Bildungschancen“ belege der Freistaat daher bloß den
elften Platz. „Internationale und nationale Vergleichsstudien zeigen uns
immer wieder, dass das gegliederte Schulsystem weder leistungsfähig
genug noch sozial gerecht ist“, sagt Döring. Hier gelte es endlich die
notwendigen bildungspolitischen Konsequenzen zu ziehen. Der
SPD-Bildungsexperte spricht sich deshalb erneut für längeres gemeinsames
Lernen bis einschließlich Klasse 8 aus.
Mit ihrem Konzept der Thüringer Gemeinschaftsschule habe die
SPD-Fraktion einen realistischen Weg zu dieser Reform der
Schulstrukturen aufgezeigt. „Das werden wir nach dem Wahlsieg 2009 so
auch umsetzen“, kündigt Döring an. Weiteren Reformbedarf sieht er bei
der Berufsausbildung des Kita-Personals. Bei diesem Punkt kommt
Thüringen im „Bildungsmonitor 2008“ lediglich auf den letzten
Platz. „Was wir brauchen, ist endlich eine Fachhochschul-Ausbildung für
die Erzieherinnen“, sagt Döring weiter. Das entspreche seit langem
internationalem Standard und - wie Thüringens schlechtes Abschneiden in
dieser Frage zeige - immer mehr auch dem in den anderen Bundesländern
Üblichen.