„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“, diesen einprägsamen Satz des damaligen SPD-Vorsitzenden Otto Wels ruft die sozialdemokratische Kreis-vorsitzende Eleonore Mühlbauer in Erinnerung. Er markierte am 23. Mai 1933 den Höhepunkt der letzten freien Rede im deutschen Reichstag. An jenem Tag – vor 80 Jahren – wurde durch das nationalsozialistische Ermächtigungsgesetz die erste deutsche demokratische Verfassung ausgehebelt.
„Dieses zweifelhafte Jubiläum muss im kollektiven Bewusstsein aller Demokraten präsent sein“, ruft Mühlbauer zu Gedenken auf. Der Spuk des brauen Gedankenguts trage sich bis heute. Gerade Initiativen vor Ort gegen Neonazis und die scheinbar bürgerliche NPD müssen gestärkt werden – etwa in Kirchheim. „Diesem Gedanken-gut müssen wir entschieden entgegentreten“, resümiert die SPD-Kreischefin, „unsere Demokratie gilt es zu verteidigen, Tag für Tag.“ Die nationalsozialistische Diktatur habe Deutschland und die Welt in ein beispielloses Unglück gestürzt.
Am 23. März 1933 stimmten neben der NSDAP auch die konservativen und liberalen Abgeordneten im Reichstag der Übertragung aller Staatsgewalt auf Adolf Hitler zu. Einzig die 94 SPD-Abgeordneten wendeten sich vor 80 Jahren gegen das Gesetz. 26 Sozialdemokraten und die 81 Abgeordneten der KPD waren bereits inhaftiert oder sind geflohen. In seiner Rede betonte Wels die sozialdemokratischen Grundsätze der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und der Freiheit. Das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ besiegelte letztlich die Weimarer Republik.










