„Wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung erheblich gestört ist, muss die Zusammenarbeit im Interesse des Eigentümers einer Firma beendet werden“, so Bernd Nowak, Fraktionschef der SPD im Weimarer Stadtrat im Gespräch mit der Wohnstätten-Betriebsratsvorsitzenden Kerstin Spindler-Warnstedt über deren offenen Brief an die Stadträte.
Im Fall der WWS als rein städtische GmbH, so Nowak weiter, ist der Eigentümer die Weimarer Bürgerschaft, die über den Stadtrat einen Aufsichtsrat bestimmt hat. Der Aufsichtsrat habe darüber zu wachen, dass die Geschäftspolitik die Interessen der Stadt und seiner Bürger verfolgt und ausschließlich diesen dient. Diese Interessen lägen neben dem wirtschaftlichen Aspekt vor allem auf sozialem Gebiet. Auch die Förderung weiterer, die WWS nicht unmittelbar betreffende soziale und kulturelle Aktivitäten in der Stadt durch 'Sponsering' wird erwartet, wie dies bei anderen, ganz oder teilweise in städtischem Besitz befindlichen Firmen vielfach geschieht, so z.B. von der Stadtwirtschaft, der Sparkasse und den Stadtwerken.
Eine Verquickung der Frage zum Wechsel in der Geschäftsführung der WWS mit der Frage nach dem vom Betriebsrat in seinem Brief befürchteten Verkauf des Unternehmens sei zwar verständlich, aber sachlich nicht begründet. Für die SPD versicherte Nowak, dass man einen Verkauf des gesunden Unternehmens für wirtschaftlich und sozial unvernünftig halte und daher ablehne. Gewinn bringendes Kapital wie die WWS verkaufe man nicht, sondern ernte die Früchte.