Derzeit wird die Benennung von Straßen und Plätzen in Weimar diskutiert. Aus Anlass dessen hat der Vorsitzende des Kreisverbandes der SPD Weimar, Carsten Diekmann, begrüßt, dass die Pres-se jüngst auch den Weimarplatz ins Gespräch gebracht hat. „Über die Bezeichnung „Weimar-platz“ für das Areal im Norden der Innenstadt sollte nachgedacht werden.
Als vor etwa 10 Jahren die Umbenennung anstand, hat sich der Stadtrat sehr schwer getan und die Bezeichnung „Weimarplatz“ ist bis heute nicht etabliert. Noch immer ist das Areal eher als „Gauforum“ in aller Munde“, meint Diekmann. „Ein ´Platz der Weimarer Republik´ macht sicher-lich Sinn,“ so Diekmann. „Gleichzeitig sollte aber die Chance genutzt werden, Gedenken an histo-rische Entwicklungen an Namen von Personen zu knüpfen, denn damit schafft man für Plätze eher Identitäten als mit so allgemeinen Bezeichnungen wie etwa „Weimarer Republik“,“ meint Diekmann. Er schlägt vor, den Weimarplatz in Erinnerung an den Schöpfer der Weimarer Reichs-verfassung in „Hugo-Preuß-Platz“ umzubenennen. „Mit der historischen Persönlichkeit Hugo Preuß verbindet sich die Erinnerung an die Weimarer Republik ebenso wie daran, dass es Men-schen wie Hugo Preuß waren, die aus demokratischer Gesinnung heraus die Weimarer Republik nicht nur errichteten, sondern ihr auch ein rechtsstaatliches Gepräge gaben.“
Bedeutsam sei auch, so Diekmann, dass Preuß (1860 – 1925) aus jüdischer Familie stammte. Diese jüdische Abstammung habe den Nationalsozialisten später zur Diskreditierung der Weima-rer Republik bzw. ihrer Verfassung als undeutsch gedient. Die Umbenennung des Weimarplatzes in Hugo-Preuß-Platz könne deshalb nicht nur ein Betrag dazu sein, die Geschichte eines demokra-tischen Staatswesens in Erinnerung zu bringen, sondern auch an weiterer Stelle inmitten Wei-mars des Antisemitismus mit all seinen furchtbaren Folgen zu gedenken.