Personalpolitik der Landesregierung schleierhaft

Veröffentlicht am 06.02.2009 in Bildung & Kultur

Als „völlig falsche Weichenstellung“ kritisiert Hans-Jürgen Döring,
bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die Unterstützung
der Landesregierung für die von Nordrhein-Westfalen massiv betriebene
Abwerbung Thüringer Junglehrer.

Döring erinnert daran, dass in Thüringen in den kommenden zwei
Jahrzehnten fast 18.000 Lehrer altersbedingt in den Ruhestand treten.
Das seien nahezu 80 Prozent der derzeitigen Lehrerschaft. „Angesichts
dieser dramatischen Personalentwicklung muss das Kultusministerium
eigentlich alles tun, um die eigenen Nachwuchspädagogen im Land zu
halten“, mahnt der Bildungsexperte.

Die vom Kultusministerium geäußerte Ansicht, Handlungsbedarf bestehe
„erst im Laufe der nächsten drei bis vier Jahre, vermag Döring nicht
zu teilen. Bereits im kommenden Schuljahr verdopple sich die Zahl der
altersbedingt ausscheidenden Lehrer auf fast 400. „Wie die
Landesregierung diese Personallücke mit nur 35 neu eingestellten
Junglehrern schließen will, ist mir schleierhaft“, sagt der
SPD-Bildungspolitiker.

Laut einer aktuellen Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung
Halle zur „Entwicklung des Fachkräftebedarfs in Thüringen“ brauche der
Freistaat bis 2015 rund 4.900 neue Lehrer, um das altersbedingte
Ausscheiden von Pädagogen kompensieren zu können. Döring fordert daher,
den Einstellungskorridor für Junglehrer wesentlich zu verbreitern und
sämtlichen 340 Lehramtsanwärtern eine Anstellungsgarantie bei
Bestehen der Zweiten Staatsprüfung zu geben. In einem nächsten Schritt
sei die Zahl der Lehramtsanwärter in den kommenden Jahren deutlich zu
erhöhen. Das werde die SPD-Fraktion in der nächsten Plenarsitzung
thematisieren und entsprechende Maßnahmen beantragen.

 
 

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