Plus Zuschuss des Landes kann die Philharmonie überleben, allerdings mit etwa zehn Musikern weniger als bislang. Trotz des bitteren Beigeschmacks überwog gestern Abend die Freude beim Trägerverein und beim Intendanten Hermann Breuer. "Wir danken allen, die uns in diesem nicht einfachen Jahr unterstützt haben, so Breuer. Der Landkreis Gotha ist gar nicht so arm, um dieses Orchester sterben zu lassen, sagte Manfred Eckardt (SPD). Sein Fraktionskollege Werner Pidde forderte für die Musiker ein Ende der Hängepartie. Reinhard Ponick (BI) sagte, Kultur dürfe nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden werden. Gerhard Päselt (CDU) sieht nicht zwangsläufig eine Erhöhung der Kreisumlage mit einer Erhöhung des Orchesterzuschusses einhergehen. Man befinde sich an einer Scheidemarke in der kulturellen Entwicklung, so Joachim Schröder (Linke). Bevor der Kreistag auf seiner Sondersitzung beschloss, die Mittel für die Thüringen-Philharmonie zu erhöhen, formulierten die Fraktionen noch einmal ihre Positionen - in Teilen ein politischer Schlagabtausch, der das Ansehen eher beschädigte. Zehn Abgeordnete der CDU-Fraktion stimmten am Ende gegen eine Erhöhung. "Wir werden als Vernichter der Philharmonie hingestellt, dabei hat der Kultusminister die ganze Debatte ausgelöst, und von Suhl spricht jetzt niemand mehr", so Jürgen Beese. "Ich sage offen, dass ich gegen eine Erhöhung des Kreisanteils bin, andere denken es nur, sprechen es aber nicht offen aus."Gegen eine Erhöhung des Kreisanteils zur Finanzierung des Thüringen-Philharmonie haben gestimmt: Michael Allin, Jürgen Beese, Jürgen Karstedt, Klaus Kaufmann, Jörg Kellner, Wolfgang Ortlepp, Christel Rämisch, Klaus Reißig, Rosel Steinbrück, Wolfgang Steinbrück.
Thüringer Allgemeine 17.10.2007