Sport frei, wir sei'n mit dem Radl da Die drei Kreisverbände von Erfurt, Gotha und Weimar wollen ihre Zusammenarbeit bei gemeinsamen kommunalpolitischen Themen verstärken. Der verbindende Radweg "Thüringer Städtekette", als Teil der D4-Route des deutschlandweiten Fernradwanderwegenetzes, ist ein guter Anlass, gemeinsam Stärken und Schwächen auf diesem Weg zu erkunden.
Mit Jörg Reichenbach und Andreas Witschel vom Kreisverband Gotha, Carsten Diekmann und Adrian Bernhard vom Kreisverband Weimar sowie Urs Warweg und Volkmar Schlisio vom Kreisverband Erfurt waren neben anderen (mitfahrenden Ehefrauen und Kindern) die engagiertesten Radfahrer der Kreisverbände angetreten, um ca. 75 km unter die Räder zu nehmen.
Weitere Fotos: Im Fotolabum >>>Fotoalbum
Nach dem Start in Fröttstädt ging es bei hervorragendem Radlerwetter über Hörselgau, Leina und dem Boxberg durch eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend mit einem wunderbaren Blick auf den Thüringer Wald auf meist gut präparierten Pisten durch Sundhausen nach Gotha. Abweichend von der Radtrasse der Städtekette machten wir einen Abstecher nach Seebergen. Hier fiel auf, dass bei Verlassen der Hauptradtrasse die landschaftliche Attraktivität nicht leidet, aber der Wegezustand. Nach einem Empfang bei Detlef Knobloch, Bürgermeister von Seebergen, der uns seinen Ort mit viel Engagement vorstellte, ging es weiter nach Wandersleben und damit wieder auf die Trasse der Städtekette. In Ingersleben wurde die wohlverdiente Rast mit Speis und Radler eingenommen.
Der Bürgermeister von Ingersleben Detlef Stender stellte uns derweil seinen Ort vor. Über Möbisburg, Bischleben, vorbei am Erfurter Rathaus ging es über eine der letzten "Katastrophenstrecken" (die dieses Jahr aber noch hergestellt wird) am Erfurter Ringelberg nach Azmannsdorf. Im Gespräch mit dem Ortschaftsrat wurde deutlich, dass der weitere Ausbau dieser Fernradstrecke wichtig ist, in den Dörfern aber auch kleinere, kurze Radwege für die Bewohner notwendig sind. In Vieselbach empfing SPD-Ortsbürgermeister Gerhard Schilder mit Mitgliedern des Ortschaftsrates die sportliche Truppe. Mit der bekannten Gastfreundschaft wurden wir zu belegten Häppchen, Kaffee und kalten Getränken eingeladen. Nebenbei erzählte Gerhard Schilder einiges über die Ärgernisse und den "Beamtenschimmel", mit dem er in den Jahren seines Wirkens als Ortsbürgermeister zu tun hatte. Auf der Straße nach Niederzimmern empfing uns der Ortsbürgermeister Schmidt-Rose, der voller Stolz auf Kleinode seines Ortes hinwies. Über Hopfgarten, den hervorragend ausgebauten Radweg nach Tröbsdorf, (ein kleiner Dank an MdB Carsten Schneider, der sich sehr für den Ausbau eingesetzt hatte) ging es zum Ziel nach Weimar. Auf dem Goetheplatz trennten sich unsere Wege nach insgesamt 76 anspruchsvollen, aber empfehlenswerten Kilometern. Ziel der gemeinsamen Tour war die Bestandsaufnahme des Radweges, quasi ein Praxistest. Zur erfolgreichen weiteren Entwicklung ist noch einiges, vor allem vor Ort zu leisten. Die Ausschilderung ist an einigen Stellen noch unzureichend bzw. falsch angebracht. Hinweise auf Gaststätten, Übernachtungsmöglichkeiten, Museen oder lokale Sehenswürdigkeiten wie z.B. im Kreis Gotha auf das Aquädukt am Leinakanal fehlen außerhalb der Städte vollkommen.
Selbst die "Residenzstadt" Gotha führt ihre Radtouristen ohne Hinweis auf Schloß, Park und reizvolle Innenstadt auf dem kürzesten Weg wieder aus der Stadt heraus. Eine Abstimmung der Gaststätten über Ruhetage erfolgt ebenso wenig. Diese Kleinigkeiten sind eine dankbare Aufgaben für die Akteure vor Ort. Wer wissen will wie es woanders geht, sollte mal den Donau-, Elbe- oder andere bekanntere Radwege besuchen. Steigerung der Besucherzahlen und Erhöhung der Attraktivität müssen Hand in Hand gehen. Ein schöner Prospekt allein macht noch keinen Touristenstrom.
Dies sollten die Kreisverbände an der Basis vermitteln und sich einbringen. Im nächsten Jahr wird weitergeradelt, haben sich die Akteuere vorgenommen. Der Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises Harald Zanker hat schon Interesse signalisiert.
Urs Warweg
Carsten Diekmann
Jörg Reichenbach