Wie der Züricher Erziehungswissenschaftler Helmut Fend in der Wochenzeitung «Die Zeit» darlegt, gehe es in Gesamtschulen nicht gerechter zu als in anderen Bildungseinrichtungen, da auch dort der soziale Status der Eltern im Mittelpunkt stehe.
Untersucht wurden dabei die Lebenswege ehemaliger GesamtschülerInnen und AbsolventInnen anderer Schularten in Hessen. An hessischen Gesamtschulen findet die Selektion der SchülerInnen jedoch innerhalb eines Schulmodells statt. Neben Klassen, in denen sich SchülerInnen auf einen Realschulabschluss vorbereiten, existiert auch ein gymnasialer Schulzweig.
Dies unterscheidet sich vehement vom Gesamtschulmodell der Jusos Thüringen. Dort lernen alle SchülerInnen, unabhängig vom erstrebten Abschluss, gemeinsam bis zur zehnten Klasse. Erst dann setzt sich der Bildungsweg, wahlweise in einer beruflichen Ausbildung oder einer zweijährigen, allgemeinbildenden Vorbereitung für die Hochschule, fort.
Die Jusos Thüringen stehen zur Gesamtschule in Verbindung mit Ganztagsangebot. Alle SchülerInnen sollten gemeinsam in einem Haus lernen. Durch ein Ganztagsangebot kann die individuelle Förderung auch wirklich in Tat umgesetzt werden. Somit können die Schwächen beseitigt und die Stärken und Interessen der SchülerInnen besser gefördert werden als im heutigen Schulsystem. Da alle SchülerInnen an einer Schule unterrichtet werden, hat jeder die selben Aufstiegsmöglichkeiten. So soll erreicht werden, dass Bildung nicht vom sozialen Status des Elternhauses abhängig bleibt.