
Nach einer halben Stunde hatten sich am Samstagnachmittag die Demokraten den Geraer Puschkinplatz zurückerobert, auf dem NPD-Anhänger zu einer "Mahnwache" aufmarschiert waren.

Nach einer halben Stunde hatten sich am Samstagnachmittag die Demokraten den Geraer Puschkinplatz zurückerobert, auf dem NPD-Anhänger zu einer "Mahnwache" aufmarschiert waren.
Gera. 30 Neonazis aus Gera, Ronneburg und dem Vogtland hatten eine von Geras Versammlungsbehörde genehmigte Mahnwache inszeniert zum Gedenken an die Opfer des Bombenangriffes am Ende des Zweiten Weltkriegs in Gera.
Das Bündnis gegen Rechts, der Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit Gera und das Geraer Aktionsbündnis gegen Rechts hatten etwa 80 Demonstranten gegen den Aufzug der Neonazis mobilisiert, um gemeinsam Flagge gegen Nazis zu zeigen. "Im Zweiten Weltkrieg sind viele Menschen ums Leben gekommen auch in Gera", sagte Geras Stadtjugendpfarrer und Vertreter vom Runden Tisch, Michael Kleim. Es müsse aber auch gesagt werden, wer die Schuldigen an diesem Krieg waren: die deutsche Wehrmacht und die deutsche Regierung unter Hitler. Er wendete sich gegen die Geschichtsklitterung durch die Neonazis als geistige Erben des Drittem Reiches. Die demokratischen Demonstranten gedachten der Opfer von Lidice, Arnhem und anderen Orten, die während des Krieges dem Erdboden gleich gemacht wurden. Johannes Koch berichtete, wie er das Kriegsende erlebt hatte, "als sich die Nazis feige davon geschlichen hatten". Peter Lückmann versicherte, dass die Geraer den Rechtsextremen in diesem Jahr die Spielwiese nicht überlassen werden, "dafür werden die Bürger sorgen." Nach einer halben Stunde zogen die NPD-Anhänger vom Puschkinplatz ab. Mit Plakaten eroberten sich die Demokraten den Platz friedlich zurück. Aus Sicht von Polizei und Versammlungsbehörde gab es keine Zwischenfälle. Streitigkeiten um Rechte an Bildern von Versammlungsteilnehmern auf beiden Seiten klärte die Polizei vor Ort.
Homepage Wolfgang Lemb
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