SPD-Landeschef Christoph Matschie gratuliert zu 15 Jahren SPD in Greiz.
"Ohne klares Eintreten für soziale Gerechtigkeit kann die SPD nicht mehrheitsfähig sein. Wir sollten keine goldenen Berge versprechen, aber dafür sorgen, dass Lasten gerechter verteilt werden", schwor Landesvorsitzender Christoph Matschie auf einer Feierstunde zum 15. Jubiläum der SPD gestern Abend im Weißen Saal die Genossen des Landkreises auf den bevor stehenden Wahlkampf ein. Kritisch resümierte er, dass die SPD es nicht geschafft habe, den Leuten das Gefühl zu vermitteln, an ihren Problemen dran zu sein. Gemeinsam müsse man Probleme lösen, Veränderungen schaffen, ohne dass Viele dabei unter die Räder kommen. An den Optimismus der Wendezeit, an die Zusammenkünfte in einem Jenaer Hinterhaus, die der Gründung der damaligen SDP vorausgegangen waren, erinnerte Matschie ebenso wie Andreas Koch, der einstige SPD-Kreisvorsitzende von Gera-Land. Aus jener Zeit kennt Koch auch Heike Taubert, die im Januar 1990 zur SPD kam. Harald Seidel hatte in seiner Stasi-Akte geblättert und Erinnerungen an die SDP-Gründung in Schwante vom 7.Oktober 1989 zutage gefördert. Immerhin 43 Leute aus der DDR waren dabei, um die Parteigründung in ihre Region zu tragen. Eine "irre" Zeit, weiß Seidel. Seinem Engagement, so Heike Taubert, seiner ausgleichenden Art, sei es zu danken, dass der Kreisverband 1994 so gut zusammen gewachsen sei. Mit jeweils einer roten Rose dankte sie den Genossen der ersten Stunde. Herbert Müller, der einstige SPD-Frontmann in Zeulenroda, freute sich sichtlich über die Feierstunde zum 15. Jubiläum. Er erinnerte u.a. an Fritz Lindemann, ein SPD-Urgestein. Und schlug den Bogen in die Gegenwart: "Wer sozialdemokratisch denkt, hat in dieser Zeit viel zu tun".
(Quelle: OTZ Greiz am 11. Juni 2005, Artikel von Kathrin Schulz)
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