Demo Dresden An der beeindruckenden Demonstration „Geh denken!“ am 14. Februar 2009 in Dresden nahmen auch Genossen der SPD aus dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen teil.
Rechtsextremisten aus ganz Europa haben für den 13. und 14. Februar 2009 zu ihrem Aufmarsch nach Dresden mobilisiert. Der Aufmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 hat sich in den letzten Jahren zum größten, regelmäßig stattfindenden Treffen von Alt- und Neonazis jeder Couleur in Europa entwickelt.
Die Organisatoren der Gegenveranstaltung „Geh denken“ haben bundesweit alle Menschen aufgerufen, Rechtsextreme nicht ungehindert durch Dresden marschieren zu lassen und sich denen entgegen zu stellen, die die unveräußerlichen Menschenrechte mit Füßen treten und die Demokratie beseitigen wollen.
Für das „Bündnis´ gegen Rechts im Kyffhäuserkreis“ und dem Kreisverband der SPD war klar, die geplante Aktion „Geh denken!“ (www.geh-denken.de) in Dresden zu unterstützen. Hatte man doch selbst bei der Demonstration in Sondershausen am 17. Mai letzten Jahres erfahren können, wie solidarisch sich Menschen aus den angrenzenden Regionen gezeigt haben und die Sondershäuser unterstützten, ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu setzen.
Sehr beeindruckt reisten die Sonderhäuser und Nordhäuser Genossen der Dresdner Veranstaltung am späten Sonntagnachmittag bzw. -abend wieder zurück. Beim Sternmarsch in Dresden so viele Menschen zu erleben, die gemeinsam ein Zeichen und Signal in Europa ausgesendet haben, war überwältigend. Egal aus welcher Motivation, ob als Christ, Sozialdemokrat, Gewerkschafter, Linker, Humanist oder Jude – sie alle verband ein gemeinsames Ziel, den Rechten nicht die Straßen, nicht die Stadt und nicht die Parlamente in Dresden, in Sachsen und in ganz Deutschland zu überlassen.
Und es sollte auch klar gemacht werden, dass die Bombennacht vom 13./14. Februar 1945 nicht von Alt- und Neonazis missbraucht werden darf, um Geschichte zu verklären. Die Gleichsetzung der Opfer der Luftangriffe auf Dresden mit der menschenverachtenden Ideologie und der organisierten Ermordung in den Konzentrations- und Vernichtungslager soll eindeutig den Holocaust verharmlosen und historische Ereignisse verwischen. Hier soll Geschichte verfälscht und Opfer missbraucht werden. „Nicht in unserem Namen“ haben deshalb Überlebende der Bombennacht auf ihr Transparent geschrieben, mit dem sie an der Zwischenkundgebung an der neuen jüdischen Synagoge in Dresden teilnahmen.
Als wichtiges Signal haben die Teilnehmer mitgenommen, dass alle demokratischen Kräfte mobilisiert werden müssen, damit unsere Solidargemeinschaft, unsere Demokratie und Freiheit nicht gefährdet werden. Jeder demokratisch denkende Mensch muss Gesicht zeigen: in seiner Familie, seiner Nachbarschaft, im Beruf oder im Verein, ob jung oder alt. Stilles Gedenken reicht dabei nicht aus. Es gibt Situationen, in denen man Farbe bekennen muss. Ganz eindeutig, mutig und resolut.
Sabine Bräunicke
Stellvertr. Ortsvereinsvorsitzende Sondershausen