Der gestrige Kreisparteitag der SPD in Sülzhayn verlief recht lebhaft, wie nnz berichtete, zugleich aber auch sehr sachlich. Trotzdem aber wirkte die Landespolitik und insbesondere die Platzierungen einzelner Kandidaten auf der Liste der Landes-SPD zur Landtagswahl nicht nur auf die Stimmung.
Sonntag, 01.März 2009, 13.03 Uhr
Jüngstes Parteimitglied Das ist verständlich und leicht zu erklären: Dagmar Becker hat mit Listenplatz 22 kaum eine reelle Chance, wieder in den Landtag zu kommen. Tritt dieser Fall tatsächlich ein, verliert sie und damit ihre Partei das Büro in der Oscar-Cohn-Straße und auch Doris Apel als hauptberufliche Mitarbeiterin. Denn beides hängt unmittelbar mit dem Landtagsmandat Beckers zusammen. Doris Apel ist Angestellte der Erfurter SPD (-Fraktion). Grundlegende organisatorische Änderungen der derzeitigen Situation und der Arbeit der SPD im Landkreis wären die unmittelbare Folge.
In der Ansprache und weiter folgenden Redebeiträgen Dagmar Beckers und während des gesamten Ablaufes der gestrigen Veranstaltung drang diese drohende Entwicklung durch. Wobei Becker auch da - trotz erkennbarer Emotionalität - sehr sachlich argumentierte und auf ihre bisherige Aufgabe und Arbeit als Sprecherin für Umwelt und Naturschutz ihrer Fraktion in Erfurt verwies, die nie eine Kritik aus den eigenen Reihen nach sich zog (nnz hatte dazu berichtet und steht nachdrücklich dazu). Es klang aber auch das Bedauern über das Schicksal der weiteren KandidatInnen aus Nordthüringen durch, von denen keine einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste erhielt.
Bisher jedenfalls, denn Dagmar Becker ließ gegenüber nnz keinen Zweifel aufkommen, dass sie noch nicht resigniert habe, sondern am kommenden Wochenende zum Landesparteitag nach Gera fährt mit der Absicht, für einen aussichtsreicheren Platz zu kämpfen. Sie ist zugleich realistisch genug, um ihre diesbezügliche Chance als nicht hoch einzuschätzen. Es bleibt also insgesamt das Bedauern, dass Nordthüringen auch in SPD-Hinsicht abgekoppelt ist und bei ihren Interessen in der Kreispolitik keine nachdrückliche Unterstützung von Erfurt erwarten kann.
Immerhin konnte man den Eindruck gewinnen, dass die SPD auf Kreisebene geschlossen wirkt. Im Gegensatz zu dem Eindruck, den sie noch im Oktober 2008 vermittelte. Und sich mit umso größerer Entschlossenheit der Politik im Landkreis Nordhausen widmen will. Dazu als kleines, aber durchaus wirkungsvolles (Trost)-Pflaster: Dr. Georg Hey, Professor für Gesundheits- und Sozialwesen an der FH Nordhausen, erhielt als „jüngstes“ Mitglied sein Parteibuch. (Ein weiterer Bericht zum Kreisparteitag folgt noch)
Julius Seifert (nnz)