Wandel der CDU

Veröffentlicht am 07.09.2006 in Allgemein

Umdrehung gelungen

CDU-Basis pfiff auf politische Verabredung ihrer Spitze - Friedrich Krauser
bleibt Vizelandrat

Schade, dass am Mittwoch keine Praktikanten die Hinterbänke des Kreistages bevölkerten. Sie hätten ein Kabinettstück in Sachen Kreispolitik erlebt. Gäste saßen dennoch reichlich da. Unter ihnen SPD-Landtagsabgeordneter Heiko Gentzel, der gekommen war, um mal zu schaun, was das Wort von Stefan Baldus wert ist - immerhin ein Staatssekretär. CDU Kreisvorsitzender Stefan Baldus, der nicht kam, ist maßgeblich für die Verabredung mit der SPD verantwortlich, nach der die CDU bei der Wahl des Vizelandrates den SPD-Bewerber Matthias Kehr unterstützen wollte (TLZ berichtete).
Gestern nun war Tag der Wahrheit. Das vorab: 25 Stimmen sorgten dafür, dass Amtsinhaber Friedrich Krauser (CDU)für die nächsten sechs Jahre
der rechte Mann an Landrat Reinhard Krebs Seite ist. 12 Stimmen reichten für Matthias Kehr (SPD) nicht. Achtbare neun erkämpfte sich der Heringer Kandidat Michael Ernst (SPD), zwei der Oberhausener Umweltingenieur
Dr. Paul-Gerhard Mast. Seine Bewerbung zurückgezogen hatte der Eisenacher
Uwe Katzenberger. 48 Abgeordnete wählten in einer öffentlichen Sitzung
in geheimer Abstimmung. Als gewählt galt, wer die Mehrheit der anwesenden
Stimmen auf sich vereinte. Hätte Friedrich Krauser auch nur eine Stimme weniger gehabt, wäre es zur Stichwahl gekommen und das Rennen wieder offen gewesen. So, wie die Dinge liegen, darf davon ausgegangen werden, dass Friedrich Krauser mit Stimmen der CDU - aber nicht allen ? und der Freien Wähler ins Amt kam. Die PDS dürfte sich in der Mehrzahl auf die Seite der SPD-Alternative Michael Ernst geschlagen haben. Dass sie in einer Stichwahl Friedrich Krauser unterstützt hätte, ist fraglich, was Matthias Kehr förderlich gewesen wäre. Aus der CDU, so eine weitere Mutmaßung, könnten die Herren der Fraktionsspitze sich an die Abmachung, den SPD-Bewerber zu wählen, gehalten haben. So standen sie quasi zu ihrem Wort, hatten jedoch ihre Fraktion nicht hinter sich, um es auch vollends einzulösen. Die vier Bewerber standen alle auf dem Wahlschein, wie im Kreisausschuss verabredet
und durften sich persönlich vorstellen. Das taten drei. Dr. Paul-Gerhard Mast war nicht angereist. Matthias Kehr verwies ausführlich auf seine Verwaltungserfahrungen. Als der Landrat sein Vorschlagsrecht wahrnahm und Friedrich Krauser vorschlug, kam dieser Zwischenruf aus der SPD-Fraktion: Vorher hat er noch etwas anderes gesagt! Das Vorschlagsrecht für die SPD und Matthias Kehr holte sich Ulrich Weldner. Er dröselte noch einmal auf, wann, warum, wie und mit wem es in der CDU Gespräche gegeben hat und konstatierte, dass die Zusammenarbeit gut gelaufen sei.
Mit dem Tag der Landratswahl habe er allerdings das Gras wachsen gehört, sagte er sichtlich erregt. Damals unternahm Ex-Landrat Martin Kaspari den Versuch, seinem Getreuen Friedrich Krauser ohne Ausschreibung die Stelle zu erhalten. Dass er jemals geäußert habe, er sei mit Kaspari gekommen und er gehe mit ihm, das bestritt Friedrich Krauser gestern auf Ulrich
Weldners bohrende Frage laut und deutlich. Damit bezichtigte er indirekt CDU-Kreisvorsitzenden Stefan Baldus der Lüge, der diese Redewendung ins Spiel gebracht hatte als ein Argument dafür, weshalb man von Friedrich Krausers erneuter Kandidatur abgerückt war. Ulrich Weldners Fazit nach einem Ordnungsruf von Rosel Neuhäußer, die keine Fraktionsschelte zulassen wollte: Die CDU hat ein Problem und nicht die SPD mit der CDU. Und er warnte: Die Entscheidung werde Folgen für die nächsten Jahre haben.
Die erste folgte auf dem Fuße: Die SPD-Fraktion zog geschlossen aus dem Kreistag aus, als klar war, dass die CDU Friedrich Krausers Wahl unterstützt hat. Ich bin nicht wütend, aber enttäuscht, kommentierte
Matthias Kehr auf dem Hof des Landratsamtes die Haltung seiner Fraktion. Dass ihm zudem Stefan Baldus nach zwei Jahren streitbarer, aber guter Arbeit persönliche Unzuverlässigkeit vorgeworfen hat, das hat mich erbost, sagte Matthias Kehr. Mit dem Auszug habe man den Wortbruch der CDU dokumentieren wollen. Es ging nicht um den Posten, erklärte er. Und
wurde deutlicher: Bei der Verabredung sei es der SPD auch darum gegangen,
nach 16 Jahren die Allmacht der CDU zu brechen. Die CDU hatte argumentiert,
die SPD-Nähe gesucht zu haben, um rot-rote Bündnisse nicht groß werden zu
lassen. Er frage sich langsam, so das SPD-Kreistagsmitglied Günter Pohl, welche Rolle der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Baldus beim Umdrehen der
CDU-Fraktion gespielt habe. Das Umdrehen hatte CDU Kreistagsmitglied Daniel Steffan offen betrieben, nicht als Baldus-Freund bekannt. Er paffte vor der Wahl genüsslich einen Zigarillo.

Von Rita Specht Wartburgkreis.(ep) 07.09.06

 
 

Homepage SPD Wartburgkreis

SPD Thüringen aktuell:

SPD Thüringen
Die beschlossenen Maßnahmen sind zu begrüßen und vor allem konkret. Eine Senkung der Spritpreise um 17 Cent ist eine spürbare Entlastung. In einem Flächenland wie Thüringen ist bezahlbare Mobilität besonders wichtig.

04.03.2026 13:01
Wandel braucht Sicherheit.
Ein Gastbeitrag von Elisabeth Kaiser, der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland

Am 26. April wird im Amt Creuzburg das Bürgermeisteramt gewählt. Anfang Februar hat der SPD-Ortsverein seinen Kandidaten auf einer Mitgliederversammlung nominiert.

Zur Homepage der SPD Thüringen

Neues aus dem Landtag:

SPD-Fraktion Thüringen

PRODUCT

Design

Content

Publish

RESOURCES

Blog

Careers

Docs

About

COMMUNITY

Join

Events

Experts

Leider gibt es die gesuchte Seite nicht oder nicht mehr.

Es ist etwas schief gelaufen.

Jetzt für unseren Newsletter anmelden!