SPD-Kreisvorsitzender Matthias Bettenhäuser hat sich eindeutig gegen die geplante Wahlkreisreform ausgesprochen. Der Wahlkreis Weimar-Jena dürfe nicht aufgeteilt und die Stadt Weimar dem Wahlkreis Erfurt zugeteilt werden.
Schwindender Einfluss für Weimar
Weimars SPD-Kreisvorsitzender Matthias Bettenhäuser hat sich klar gegen die geplante Neustrukturierung der Bundestagswahlkreise ausgesprochen. Auch in Wahlkreisstrukturen gebe es so etwas wie eine Identität, so Bettenhäuser.
Während zur Wahl 1998 Weimar noch "Hauptstadt" eines eigenen Wahlkreises war, wurde die Stadt 2002 mit Jena zusammengelegt. Dies sei schon ein erheblicher Verlust, kulturhistorisch aber wenigstens begründet gewesen.
"Wenn der Wahlkreis Weimar-Jena aufgeteilt und die Stadt Weimar dem Wahlkreis Erfurt zugeschlagen wird, wirkt sich das negativ auf den Weimarer Einfluss im Bund aus," so der SPD-Vorsitzende. "Meiner Kenntnis nach ist der Bevölkerungsrückgang in Thüringen bisher nicht so erheblich, dass diese Reform jetzt notwendig ist. Geld wird ohnehin nicht gespart, da in einer anderen Region Deutschlands ein neuer Wahlkreis eingerichtet wird."
Bettenhäuser kündigte an, sich Anfang Oktober mit dem Sprecher der Thüringer SPD-Abgeordneten, dem Erfurter Carsten Schneider in dieser Angelegenheit zu treffen. Auch werde er den Schulterschluss mit der CDU suchen, die bisher ebenfalls immer einen Weimarer Abgeordneten in Bonn bzw. Berlin hatte. "Es darf nicht sein, dass der Rücktritt Christoph Matschies vom Bundestagsmandat und der angekündigte Rücktritt von Vera Lengsfeld, CDU, dazu führen, den Wahlkreis Weimar-Jena zu zerstückeln, da es hier kein Abgeordneten-Opfer geben wird," so
Bettenhäuser.