Vom Frauenwahlrecht zur Parität

Veröffentlicht am 29.05.2018 in Gleichstellung

Daniela Gruber (li.) und Sarah George (re.) bei der Diskussion in Jena (Bild: ASF Jena /SHK)

Unter diesem Motto lud die ASF Jena/SHK zu einer öffentlichen Diskussion mit anschließender Filmvorführung.

Zu Beginn stellte Sarah George (stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Thüringen) einige Fakten zur Rolle der Frauen in den Parlamenten und in der politischen Arbeit dar: Der Frauenanteil im Bundestag steigerte sich mit Einzug der GRÜNEN drastisch, da dort seit 1987 die Listen der KandidatInnen paritätisch besetzt werden. In der SPD gilt bei der Besetzung von Parteigremien eine Quote von nur 40%, in der CDU sind es derzeit 33%.

Nach dem Einzug der AfD reduzierte sich der Frauenanteil in den Parlamenten. Seit der Wahl im letzten Herbst sitzen aktuell nur noch 30,7% Frauen im deutschen Bundestag, das sind knapp 6% weniger als in der letzten Legislaturperiode. In der Bevölkerung stellen Frauen in Deutschland allerdings die knappe Mehrheit von 51 %.

Auch ist festzustellen, dass je tiefer die Ebene in den Parlamenten und in den Parteien, je geringer ist der Anteil von Frauen. Je kleiner und informeller die Gremien werden, desto weniger Frauen sind beteiligt. In den Wahlprogrammen werden speziell Frauen betreffende Themen eher am Rande erwähnt. Im Gegensatz dazu, ist das Interesse von Frauen an Politik groß, sie beteiligen sich aber mehr an unkonventionellen Formaten, als kontinuierlich in den Partei- oder Parlamentsstrukturen.

Anschließend diskutierten die anwesenden Frauen und Männer angeregt darüber, welche gesellschaftlichen und politischen Chancen Parität in den Parlamenten bietet. Schwerpunkt der von Daniela Gruber (stellvertretende Landesvorsitzende der ASF) moderierten Debatte waren die Vor- und Nachteile einer gesetzlichen Verpflichtung zur paritätischen Besetzung (Malus Quotenfrau versus Frauen zur Aktivität zwingen), die Entwicklung von Formaten die Frauen ansprechen (Kinderbetreuung - (k)eine Lösung?) und die Stärkung der Frauen untereinander (Vernetzung mit Vorbildern).

Um den angekündigten Film „Die göttliche Ordnung“ noch zeigen zu können, wurde die Diskussion für diesen Abend beendet, mit dem Versprechen eine weitere Veranstaltung durchzuführen, auch um zu betrachten, wie sich die SPD für Parität in den Parlamenten einsetzen kann.

 
 

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