Seit dem 2.Juni 2014 gelten neue Öffnungszeiten für den Bürgerservice H35. „Wir sehen die Entwicklung sehr kritisch, weil die Geraer nun mit erheblichen Einschränkungen beim Service leben müssen“, so der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Heiner Fritzsche. In einer Anfrage der SPD-Fraktion informierte die Stadtverwaltung, dass das H35 montags bis samstags 9 Uhr öffnet, aber mittwochs und samstags bereits um 13 Uhr wieder schließt. Montags und freitags hat der Bürger nur bis 15 Uhr Zeit, sein Anliegen vorzubringen und nur dienstags und donnerstags ist bis 18 Uhr geöffnet. So wurden im Rahmen der Haushaltskonsolidierung die Öffnungszeiten von 68 Stunden auf 40 Stunden in der Woche reduziert. Gleichzeitig wurde das Personal von 18 auf 13 Servicemitarbeiter reduziert. „Die Öffnungszeiten sind heute deutlich unübersichtlicher, die Wartezeiten haben sich teilweise verdreifacht. So finden Bürgern deutlich schwerer Gelegenheit, ihre Anträge zu stellen“, so Fritzsche. „Als das H35 eingeführt wurde, war Gera damit bundesweit im positiven Sinne Vorreiter.“
Der Geraer StadtService H35 wurde mit dem Ziel eingerichtet, eine zentrale, moderne und bürgernahe Anlaufstelle der Stadtverwaltung für typische Anträge und Erlaubnisse zu schaffen. Seit 2006 war das H35 montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Personell war das H35 so ausgestattet, dass die Bürger nach 7 – 9 Minuten Wartezeit an der Reihe waren. Laut Stadtverwaltung blieb die Anzahl der Bürgerkontakte in den letzten Jahren ungefähr konstant bei ca. 5870 pro Monat. Die Wartezeiten haben sich nach der Reduzierung der Öffnungszeiten und der Mitarbeiterzahl deshalb verdoppelt, montags, dienstags und donnerstags verdreifacht und liegen zeitweise auch über 60 Minuten. Zwar liegen der Stadtverwaltung deshalb bisher keine schriftlichen Beschwerden vor, jedoch bringen die Bürger ihren Unmut laut der Mitteilung der Stadt häufig mündlich zum Ausdruck.
Zu bestimmten Zeiten kommen sehr viele Bürger gleichzeitig in das H35, was zu extremen Wartezeiten von bis zu 2 Stunden führt. „Dies ist ein deutlicher Rückschritt für die Geraer Bürger und vielen Menschen nicht zuzumuten. Auch die im H35 verbliebenen Mitarbeiter leiden unter dieser Situation, da sie den Unmut der Bürger direkt zu spüren bekommen. Auf Dauer muss man die Frage stellen, ob die reduzierten Öffnungszeiten überhaupt ausreichen, die Anzahl der Anträge abzuarbeiten. Bürger können die langen Wartezeiten z.T. nicht hinnehmen und kommen an einem anderen Tag wieder. So verschiebt sich die Arbeit weiter nach hinten und häuft sich immer mehr an“, so Fritzsche.