Unterstützung für IG-Metall-Vorstoß zur Einführung eines „Gütesiegels für gute Berufsausbildung“

Veröffentlicht am 20.06.2014 in Arbeit & Wirtschaft

„Gute Ausbildung“ soll zu einem Markenzeichen Thüringens werden. Die Juso-Spitzenkandidatin für den Landtag, Diana Lehmann, setzt sich deshalb für die Einführung eines „Gütesiegels für gute Berufsausbildung“ ein. Der Vorschlag dafür stammt von dem auch für Thüringen zuständigen IG-Metall-Bezirksvorsitzenden Mitte, Armin Schild.

„Ich finde, diesen Vorschlag sollten wir gemeinsam mit den Gewerkschaften in der nächsten Regierung schnell umsetzen“, sagte die Jugend- und Arbeitsmarktpolitikerin heute in Erfurt. Dafür wolle sie sich in der kommenden Legislaturperiode einsetzen. „Die wirtschaftliche Entwicklung Thüringens wird auch davon abhängen, wie attraktiv wir als Ausbildungs- und Beschäftigungsstandort sind – vor allem für junge Leute. Unternehmen, die mit dem Prädikat ‚Gute Ausbildung‘ für sich werben können, leisten dazu einen Beitrag.“ Immerhin müssen bis zum Jahr 2025 rund 280.000 Stellen in den Thüringer Betrieben ersetzt werden.

Mit dem Gütesiegel könnten nach Lehmanns Auffassung solche Ausbildungsbetriebe zertifiziert werden, die ihren Lehrlingen z.B. eine tarifliche Ausbildungsvergütung, hohe Übernahmequoten, gute Betreuung und spätere Entwicklungsmöglichkeiten anbieten. Auch niedrige Abbrecherquoten oder spezielle Angebote für arbeitslose oder benachteiligte Jugendliche sollten Kriterien sein. „Die Thüringer Unternehmen werden sich in den nächsten Jahren einiges einfallen lassen müssen“, sagt Lehmann. Vor allem bei der Ausbildungsvergütung, der Senkung der Abbrecherquote – derzeit immer noch fast 30 Prozent – und der späteren Übernahme müsse es Verbesserungen geben. „Das Gütesiegel für gute Ausbildung kann dafür auch innerbetrieblich neue Impulse setzen.“

Inzwischen kommen (nach Angaben des Thüringer Wirtschaftsministeriums) auf 125 angebotene Lehrstellen nur noch 100 Bewerber. Zudem konkurriert Thüringen mit Standorten in den alten Bundesländern um die Auszubildenden – und hat dabei oft das Nachsehen: Fast 4.000 Jugendliche pendeln zur Ausbildung in ein anderes Bundesland aus. Thüringer Unternehmen böten zwar häufig gute Ausbildung- und Karrieremöglichkeiten, seien aber bei den Jugendlichen zu wenig bekannt. Für die Unternehmen sei es deshalb notwendig, ihr Werben um die jungen Leute zu verstärken. „Das Gütesiegel kann dabei neben der Ausbildungsvergütung ein wichtiges Werbeargument werden“, so Lehmann. Nur so könne es gelingen, den Fachkräftenachwuchs im Land zu halten und neuen von außen dazuzugewinnen.

 
 

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