Dazu die „TLZ“ vom 07.10.2009
Von Jensen Zlotowicz
Bad Salzungen. (ep) "Wer nicht kämpft, hat schon verloren". Von diesem Fakt angetrieben demonstrierten gestern Nachmittag vor dem Landratsamt in Bad Salzungen Eltern, Lehrer, Schulleiter und Kinder im Vorfeld der Kreistagssitzung für den Erhalt ihrer Schulen.
Gekommen waren Abordnungen der Grundschule Thal (geplant mit nach Ruhla), der Grundschulen Wutha und Farnroda (Zusammenlegung in Wutha) und der Regelschule Wutha-Farnroda (soll mit nach Seebach).

Mit Spruchbändern und Plakaten für den Erhalt ihrer Schulen hatten sich die Demonstrierenden vor dem Landratsamt postiert, verteilten Handzettel an viele Kreistagsmitglieder.

Im Gespräch mit Landrat Reinhard Krebs (CDU) betonten die Schulsprecher und andere immer wieder, dass es beim Dasein von Schulen nicht allein um Geld gehen dürfe. Man ziehe in Thal und Wutha-Farnroda der Schule am Ort selbst ein topsaniertes Gebäude vor. Schule sei schließlich ein Standortfaktor für junge Leute, die überall rar sind.

Landrat Krebst führte den derzeit mangelhaften Brandschutz in Thal und Farnroda und den daraus resultierenden Handlungsbedarf ins Feld und dass das Geld eben nicht für alle und alles reiche. Man will Kräfte bündeln.
Kinder etwa aus Kahlenberg oder Sättelstädt seien mit den Plänen des Schulausschusses zu noch weiten Schulwegen verdammt, konterten die Eltern. Das kostet der Familie Zeit. "Dabei haben die meisten Eltern eh schon zu wenig Zeit für ihre Kinder - von Sorgen um die Sicherheit auf dem Schulweg ganz abgesehen. Mit längeren Wegen werde alles noch schwieriger", betonte Dana Haas, Elternsprecherin aus Thal.
Die Menschen kritisierten zudem, dass der Schulausschuss "die Bombe" erst direkt nach der Wahl hat platzen lassen. Aus der Zeitung hätten die meisten die Pläne zudem erst erfahren - "wie immer".
Im Kreistag machten sich Wutha-Farnrodas Bürgermeister Torsten Gieß und sein SPD-Kollege und Vorgänger Ernst Kranz stark für die Schulen.
Die Anträge, die im Kreis-Haushalt eingestellten Invest-Summen für besagte drei Schulen von derzeit je 15 000 auf 40-, 70- bzw. 85 000 Euro (Grundschule Farnroda) für die Sanierungsplanung zu erhöhen, scheiterten jedoch an der CDU und auch der Freien Wähler.
Kranz kritisierte das erst "bewusste Hinauszögern" der Verwaltung und dann der Eilantrag zum Beteiligungsverfahren. Statt Druck auszuüben, appellierte Kranz dafür abzuwarten, welche Schulform die CDU/SPD-Koalition im Land auf den Weg bringt.
Ruhlas Bürgermeister Mario Henning (CDU) appellierte, das Schulnetz nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen abzuwägen und nicht mit vorgefertigter Meinung in das Verfahren zu gehen.
Das unterstellt der Verwaltung auch Harry Weghenkel (LAD). Er bat, sich einem eventuellen Strukturvorschlag aus dem Erbstromtal selbst nicht zu verschließen. Es wäre für Wutha-Farnroda, die größte Gemeinde des Kreises, bitter, zwei Schulen auf einmal zu verlieren. Damit gingen auch zwei pädagogische Konzepte verloren.
Dem Dringlichkeitsantrag der Verwaltung für ein Beteiligungsverfahren zur Schulnetzfortschreibung im Erbstromtal wurde dann mit Zweidrittelmehrheit mit den Stimmen der CDU und der Freien Wähler im Kreistag zugestimmt.