STZ vom 17.05.2010
Gespräch mit Bauminister Christian Carius
Tiefenort - "Enttäuschung hoch drei bei allen Betroffenen", so brachte gestern Kurt Block, Vorsitzender des Erdfallhilfevereins, seine Einschätzung zum Gespräch mit dem Thüringer Minister für Bau und Verkehr, Christian Carius, vom Freitagabend auf den Punkt.
"Wir fanden es auch beschämend, dass er sich nicht einmal vor Ort am Erdfall umgeschaut hat, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Letztlich ging es im Rathaus nur um die Fördermöglichkeiten mit den zwei Prozent Zinsen über zehn Jahre.
So hätte er sich den Weg sparen können. Das Gespräch hat nichts gebracht", kritisierte er weiter.
Es stünde nun auch die Frage, was das Wort der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eigentlich wert ist.
Immerhin habe sie damals beim Besuch ihre Erwartung ausgesprochen, dass Wartburgkreis und Gemeinde die Gelder für die 10 000 Euro Entschädigung pro betroffenem Bürger gemeinsam finanzieren. Und daran werde sie nun mal bei den Tiefenortern gemessen.

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Das Gespräch mit dem Bau- und Verkehrsminister Christian Carius war nur anfänglich öffentlich.
Er war der Meinung, dass die Einzelgespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Presse mehr bringen würden. In einem kurzen einleitenden Statement hatte er den Betroffenen versichert, dass man schnell und unbürokratisch unterstützen wolle.
Und dazu solle auch das Gespräch dienen. Man wolle im Ministerium die Förderbedingungen so weit wie möglich auslegen, um zu helfen. Es sei bereits geprüft worden, mit welchen Programmen etwas zu machen sei.
Nach den Worten von Bauminister Christian Carius kämen drei Programme für die Betroffenen des Erdfalls infrage, so beispielsweise das Programm zur Wiederherstellung von Mietwohnungen und das zur Schaffung von Wohneigentum.
Kurt Block hatte noch einmal die Sicht des Erfallhilfevereins deutlich gemacht, dass es um die volle finanzielle Entschädigung der Bürger gehen müsse. Dazu seien die rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen von Gebäuden und Grundstücken zu klären. Es habe schon verschiedenste Besuche von Mitgliedern der Thüringer Landesregierung und der Ministerpräsidentin gegeben, aber zu den sechs Punkten, die man aufgelistet habe, gäbe es keine umfassenden Aussagen.
Kredite durch die Betroffenen aufzunehmen, hieße sich zu verschulden, meinte Kurt Block weiter. Da pflichtete ihm eine Frau bei, die fragte, was es denn eigentlich nütze, wenn man günstige Konditionen für die Kredite erhielte, aber auf der anderen Seite keine Entschädigung für das Haus und das Grundstück bekomme.
Ein weiterer betroffener Bürger wollte wissen, wie er nun die Miete bezahlen solle.
Dann war die Öffentlichkeit gebeten worden, den Sitzungssaal zu verlassen. hn