Tatort Thüringen – Mitbestimmung in Discountern

Veröffentlicht am 03.02.2009 in Arbeit & Wirtschaft

Der Tatort im Ersten ist am Sonntag für viele Fernsehzuschauer eine willkommene Abwechslung von der sonst durch Werbung zerstückelten Fernsehkost bei den privaten Sendern. Nach wie vor erfreut sich die Sendung hoher Beliebtheit. Dabei werden auch oft gesellschaftlich interessante Themen aufgegriffen. Unter dem Titel „Kassensturz“ galt es hier im Umfeld eines Lebensmitteldiscounters zu ermitteln. Motiv für die Straftaten hier waren die erschreckenden Verhältnisse um die Interessenvertretung der Beschäftigten in einer Discounterkette. Mit Angst und Schrecken herrschte hier Profit über Menschlichkeit. Im Gegensatz zu anderen Sendungen konnte sich der Zuschauer allerdings nach der Sendung nicht damit trösten, dass dies ja nur ein Film sei.

Dies wurde in der darauf folgenden Sendung Anne Will deutlich. Hier diskutierten Wirtschaftsvertreter, Gewerkschafter, sowie SPD und CDU Politiker und eine Betriebsrätin eines Discounters über die Zustände und das Arbeitsumfeld der Beschäftigten. Schnell wurde deutlich, dass die im Tatort skizierten Szenarien keine Ausnahme bilden. Vielerorts wird durch massiven Druck versucht die Beschäftigten von ihrem Recht abzuhalten eine Mitarbeitervertretung (Betriebsrat) zu gründen. Union und Wirtschaft waren im Gegensatz zu SPD und Gewerkschaften hingegen der Auffassung, diese Fälle wären die Ausnahme. Die Betriebsrätin zeigte aber aus eigener Erfahrung auf, dass dies eher der Standard in vielen Bereichen ist. Auch im Raum Sömmerda gibt es viele Discounter – Läden. Viele Menschen greifen zum Teil aus Bequemlichkeit und aufgrund kurzer Wege, in vielen Fällen aber auch aus Gründen sozialer Not auf die Produkte dieser Geschäfte zurück. Dabei ist offensichtlich, wer Produkte unter Preis verkauft, der übt oftmals nicht nur Druck auf Hersteller und Lieferanten aus, sondern auch auf die Beschäftigten. Dies ist sicher nicht in allen Fällen so und macht bei einem Personalkostenanteil von gerade einmal 4 % der Gesamtkostenstruktur auch betriebswirtschaftlich nicht unbedingt Sinn. Tatsache ist aber, dass in Thüringen kaum Betriebe aus dieser Branche Betriebsräte haben. Damit sinkt Chance für die Beschäftigten, sich gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen, rapide.
Sicher werden jetzt einige aus dem konservativen Lager behaupten, dass es ja auch möglich ist, dass die Mitarbeiter hier so zufrieden sind, dass es keinen Betriebsrat braucht. Dies ist allerdings unsinnig. Wenn das Klima zwischen Leitungsebene und Beschäftigten stimmt, schadet diesem Klima auch kein Betriebsrat. Eher kann er dafür sorgen, dass dies auch so leibt. Oft regiert bei den entsprechenden Abstimmungen im Betrieb aber schon die Angst. Nicht wenige Beschäftigte äußern sich unter vorgehaltener Hand, „wenn ich mich hier für einen Betriebsrat stark mache, dann kann ich mir direkt einen neuen Job suchen“. Das Recht der Gewerkschaften bei der Vorbereitung und Durchführung von Betriebsratswahlen muss gestärkt werden. Wir brauchen die gesetzlichen Möglichkeiten, dass Gewerkschaften von „außen“ im Namen der Beschäftigten zu entsprechenden Wahlversammlungen einladen und die Wahlen dann leiten können.
Nur so haben die Beschäftigten über die Gewerkschaft die Möglichkeit anonym und frei von der Angst vor Repressalien um die Einrichtung eines Betriebsrates zu ersuchen. Die AfA ist gerne bereit gerne für Beschäftigte die Kontakte zu den zuständigen Gewerkschaften anonym herstellen.

Hierzu muss nur das Kontaktformular für eine persönliche E-Mail an den AfA-Landesvorsitzenden aufgesucht werden . Wir versichern dass alle Angaben vertraulich bleiben und die Beschäftigten keine Angst vor Repressalien haben müssen.

Sehen Sie hier das Video des 2. Siegers im SPD-Video-Wettbewerb "Gute Arbeit" aus dem Jahr 2008. Der Film greift die Problematik bei den Discoutern auf.

 
 

Homepage AfA Thüringen

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