Werk ist industrieller Leuchtturm
Wolfgang Lemb, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, sieht im Falle des Verzichts auf eine Staatsbürgschaft für Opel schwere Zeiten auf Thüringen zukommen: „Bundeswirtschaftsminister Brüderle hat dem Bemühen um eine Opel-Zukunft durch sein Verhalten der letzten Tage und Wochen massiv geschadet. Schlimmstenfalls könnte Brüderles Verhalten in der Schließung von Opel in Eisenach gipfeln“, warnt Lemb.
Er verweist darauf, dass in Eisenach ca. 2300 Menschen mittelbar und unmittelbar für Opel arbeiteten. Fünf bis sieben Mal mehr Menschen seien betroffen, rechne man die Zulieferer hinzu. Lemb: „Ein Aus von Opel Eisenach - immerhin der industrielle Leuchtturm Thüringens - wäre eine wirtschaftspolitische Katastrophe für das Land.“
Lemb verweist auf aktuelle Meldungen, wonach sich die Abwanderung aus Thüringen verlangsame. Zudem gebe es Anzeichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung. „Ein Aus von Opel in Eisenach würde sowohl die Abwanderung von Fachkräfte aus Thüringen massiv verschärfen, als auch den kleinen Aufschwung postwendend abwürgen“, sagt der Wirtschaftspolitiker.
Sollte Opel in Eisenach dicht machen, bedeute dies die Deindustrialisierung einer ganzen Region, nämlich Westthüringens, warnt der Abgeordnete. „Was für die Banken möglich war, muss auch für ein Struktur bestimmendes Unternehmen wie Opel möglich sein“, so Lemb, der seine Forderung nach Staatshilfen für den Autobauer erneuert.