Die Jenaer SPD begrüßt, dass die Stadt seit der Wende mit einem offiziellen Akt am Westbahnhof und im Rathaus an den 9. November 1938 erinnert.
Die "Reichskristallnacht" markierte den Auftakt für die von den Nazis geplante Vernichtung aller Juden. Auch in Jena wurden in dieser Nacht gezielt jüdische Geschäfte beschädigt und 18 jüdische Männer vom Westbahnhof aus von den Nazis in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Unter ihnen etwa der Ingenieur Max Grossmann, der dort auch ermordet wurde.
Wie notwendig diese Erinnerung ist, zeigt die Affäre um den CDU-Abgeordneten Hohmann und des Brigadegenerals Günzel. In erschreckender Weise machen diese Vorfälle deutlich, dass längst überholt geglaubte Denkmuster wieder aufbrechen.
Die SPD Jena ruft die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Jena auf, mit ihrer Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen ein Zeichen gegen die Gefahr eines neuen Antisemitismus zu setzen.
"Das Wachhalten von Erinnerung hat einen hohen Anteil daran, dass in Jena ein Klima der Offenheit und Respekt gegenüber Anderen herrscht", betont SPD-Kreischef Dr. Albrecht Schröter.
Die Veranstaltung am Westbahnhof beginnt am 9. November um 18:oo Uhr. Gedacht werden soll der vom Jenaer Bahnhof aus deportierten Juden, Sinti und Roma.
Ab 19:oo Uhr findet im Rathaus eine Gedenkveranstaltung unter dem Motto "Gesichter - Nachdenken zum 9. November" statt. Veranstalter sind die Stadt Jena und der Jenaer Arbeitskreis Judentum.