Weimars Sozialdemokraten haben einen neuen Vorstand. Bei einer Enthaltung wurde der alte und neue Kreisvorsitzende Sven Steinbrück mit 39 Stimmen im Amt bestätigt. Gegenstimmen gab es keine. Der 30-jährige führt den Kreisverband seit 2010.
Ihm zur Seite stehen künftig Thoralf Canis und Virginie Klemm als Stellvertreter. Canis führt die Fraktion der Sozialdemokraten in Weimars Stadtrat. Klemm ist Vorsitzende der lokalen Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) und ebenso Stadträtin.
Schatzmeisterin bleibt Christine Rosolski, die das Amt bereits seit 2001 ausübt.
Beisitzerinnen und Beisitzer im elfköpfigen Vorstand wurden: Matti Drechsel, Manfred Gutzmer, Sebastian Hollnack, Lieselotte Illig, Christiane Kanther, Anke Lorenz und Anna Neuenfeld.
„Ich freue mich über das eindeutige Votum. Das zeigt: Die SPD ist geschlossen, einig und willens, die politische Auseinandersetzung mit der Koalition im Stadtrat aufzunehmen.“, so Steinbrück.
Neben der Arbeit im Rat sollen die Wurzeln in die Stadtgesellschaft in den kommenden zwei Jahren weiter ausgebaut werden. Mit einer Dialogkampagne wollen sich die Sozialdemokraten künftig noch stärker dafür engagieren, dass Anregungen, Sorgen und Vorschläge der Weimarer Bürgerschaft frühzeitig gehört werden.
„Wir wollen nicht erst darauf warten, dass Probleme an unsere Ohren herangetragen werden, sondern unsere Füße dorthin bewegen, wo wir frühzeitig mit den Betroffenen gemeinsam Lösungen erarbeiten können.“, fasst Steinbrück das Credo zusammen.
Mit Blick auf die laufenden Anwürfe der Koalition gegen den Oberbürgermeister, sicherte Fraktionschef Canis Stefan Wolf die volle Unterstützung von SPD und SPD-Fraktion zu. „Stefan, wir stehen hinter Dir und stellen uns dafür auch der Möchtegern-Koalition in den Weg.“
Oberbürgermeister Stefan Wolf informierte in seinem Grußwort die Mitgliederversammlung über die finanzielle Situation der Stadt. „Wir haben eine strukturelle Schieflage im Haushalt von 1,5 – 2 Millionen Euro. Dies ist das Ergebnis einer unseriösen Haushaltspolitik der Stadtratskoalition. Zudem müsse man konstatieren: Wenn ein wirtschaftliches Kraftpaket wie Jena, höhere Hebesätze auf Grund und Boden sowie bei Gewerbe erhebt, und keine Unternehmensflucht einsetzt, sollte das an öffentlichem Leben reiche Weimar nicht zum Steuerdumper der Region avancieren.“
Weitere Grußbotschaften überbrachten etwa Ex-SPD Landeschef Christoph Matschie, STAKKIE-Vorsitzende Ulrike Grosse-Röthig und DGB-Chef Torsten Lerche.