SPD legt Grundlagen für längeres gemeinsames Lernen

Veröffentlicht am 15.02.2010 in Bildung & Kultur

Kultusminister und SPD-Chef Christoph Matschie hat am Freitag, dem 12. Februar 2010 mit dem Vorhaben der Thüringer Gemeinschaftsschule eines der Leitprojekte der kommenden Jahre vorgestellt. Von Beginn an soll dabei ein neuer Weg beschritten werden. Die Thüringer Gemeinschaftsschule soll dabei von unten wachsen und nicht von oben verordnet werden. Schüler, Eltern und Lehrer entscheiden zusammen mit ihren Kommunen, ob sie diesen Weg des längeren gemeinsamen Lernens mit gehen wollen.

Das wichtigste Ziel der Thüringer Gemeinschaftsschule ist, allen Kindern den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Seit den ersten internationalen Schulvergleichsstudien ist bekannt, dass in Deutschland die soziale Herkunft eine zu große Rolle für den Schulerfolg spielt. Als Grund wird die frühe Trennung der Kinder in verschiedene Schullaufbahnen gesehen.
Vier zentrale Eckpunkte sollen die Thüringer Gemeinschaftsschule bestimmen:
- Von der 1. bis zur 8. Klasse sollen die Kinder gemeinsam lernen, danach steht für sie der Weg zu den verschiedenen Schulabschlüssen offen. Die Entscheidung für die Gemeinschaftsschule ist damit für Kinder und Eltern keine verfrühte Entscheidung über den späteren Abschluss, sondern die Entscheidung für die Gemeinschaftsschule ist eine Entscheidung für den bestmöglichen Bildungsweg.
- Die Thüringer Gemeinschaftsschule ist eine Ganztagsschule und sichert damit mehr Zeit für individuelle Betreuung und sorgt für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
- Die Gemeinschaftsschule ist kommunal vernetzt. Das heißt, sie arbeitet vor Ort mit Vereinen, Initiativen und der Wirtschaft zusammen.
- Die Gemeinschaftsschule wächst von unten. Die Entscheidung wird vor Ort getroffen. Alle Beteiligten müssen es wollen und sich auf ein konkretes pädagogisches Konzept einigen.
Mit dem Beginn des nächsten Schuljahres 2010 wird es die Pilotphase „Gemeinschaftsschule im Aufbau“ geben. Mit dem Schuljahr 2011/2012 soll die generelle Einführung beginnen.
Der Dialogprozess mit den Beteiligten hat nun begonnen. Zusätzlich zur allgemeinen Debatte läuft die Vorbereitung der Pilotphase. Gleichzeitig hat die Arbeit am Gesetzentwurf begonnen, der nach der Sommerpause im Landtag beraten werden soll.

 
 

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