Creuzburg, Foto: Necrophorus Siehe auch "die hallosin thüringen zum Sonntag"
Ausgabe Eisenach vom 13.02 22010,Seite 2
"Nachlese zum Creuzburger Neujahrsempfang"
Die Bilanz des Bürgermeisters Arndt Breustedt zum Neujahrsempfang fiel sehr ernüchternd aus.
Nach Jahren mit einer finanzstarken Situation sei nun auch in Creuzburg die Wirtschaftskrise angekommen.
Die gute Einnahmesituation habe sich stark verschlechtert, auch in Creuzburg müsse nun gespart werden. Die Kassen sind leer. Eine Folge sei der Personalabbau im Museum auf der Burg.
Weitere Sparmaßnahmen werden folgen.
Wer zwischen den Zeilen liest, dem dürfte klar sein, dass auch Gebühren und Steuererhöhungen auf die Bürger von Creuzburg in nächster Zeit zu kommen.
Als neues Stadtratsmitglied habe ich mir in den letzten Monaten einen Einblick in die finanzielle Situation von Creuzburg verschaffen können.
Creuzburg hat in der Tat in den vergangenen Jahren bedingt durch ein hohes Gewerbesteueraufkommen regelmäßige Einnahmen in Millionenhöhe gehabt.
Das Geld wurde allerdings mehr verplempert, als in eine notwendige Neuausrichtung der Stadt gesteckt.
Ein Beispiel für maßlose Verschwendung ist das Museum auf der Burg.
Da wurde und wird ein Museum betrieben das jedes Jahr nahezu 300 000 € kostet.
Bei nur 3.000 Besuchern pro Jahr. Da kostet glatt jeder Besucher des Museums der Stadt Creuzburg 100 €! Sich bei einem Gesamthaushalt von nur 3. Mio € sich solche „ Mätzchen „ zu leisten ist nicht verständlich, wenn man in Folge über höhere Friedhofsgebühren und Grundsteuern nachdenken muss.
Zuviel wurde für Fremde ausgegeben für die eigenen Leute blieb wenig übrig.
Schlimm ist, dass es weitere Beispiele für maßlose Verschwendung gibt.
Mindestens genauso schlimm ist, dass versäumt wurde Creuzburg mit dem vorhandenen Geld zukunftsfähig zu machen.
Derzeit wird die Neuansiedlung eines Verbrauchermarktes in Creuzburg diskutiert.
Diese Ansiedlung erscheint sinnvoll weil die Anforderungen der Bürger an ortsnahe Märkte in den vergangenen Jahren gestiegen sind.
Allerdings steht im Zentrum von Creuzburg kein entsprechendes Grundstück zur Verfügung, daher ist eine Ansiedlung im Bereich der Araltankstelle angedacht.
Wünschwert meiner Meinung nach wäre eine Ansiedlung im Zentrum um die Fahrwege der Bürger auf ein Minimum zu beschränken bzw. auch an die älteren Bürger von Creuzburg zu denken.
Nicht nur die 60 Bewohner des im Stadtzentrum entstehenden Altenheimes wären dafür dankbar. Die Attraktivität von Creuzburg als Wohnstadt würde deutlich steigen.
Hätte man in den vergangenen Jahren vorausschauende Stadtplanung betrieben, und Rücklagen gebildet um im Stadtkern von Creuzburg Altbauten die mittlerweile leer stehen abzureißen, um Freiraum für zeitgemäße Entwicklung zu schaffen. Stattdessen droht nun auch in Creuzburg zunehmender Leerstand von Altbauten und weitere Abwanderung durch mangelnde Attraktivität des Stadtkerns.
Einen weiteren Bürgermeister der einen Scherbenhaufen hinterlässt, kann Creuzburg sich nicht leisten. Bleibt nur zu hoffen, dass der nächste Bürgermeister von Creuzburg ein besseres Händchen hat, den finanziellen Spielraum sinnvoller nutzt und so die Stadt für eine gute Zukunft besser ausrichtet.
Ein neues Gesicht ist dringend nötig.
Ralf Pollmeier
SPD Stadtrat von Creuzburg