Die SPD-Landtagsfraktion unterstützt den bundesweiten Bildungsstreik.
„Wir Sozialdemokraten teilen die Kernforderungen des Protests“,
sagt SPD-Bildungspolitiker Hans-Jürgen Döring.
„Die von den Streikenden
benannten Missstände des deutschen Bildungswesens wie dessen
außerordentlich hohe soziale Selektivität, die oftmals unzureichenden
Mitbestimmungsmöglichkeiten von Schülern und Studenten oder die vielfach
unzulängliche Betreuungssituation an Schulen und Hochschulen sind
bereits in zig Untersuchungen nachgewiesen worden“, sagt Döring.
Bildungs- und Hochschulpolitik müssten sich nun endlich diesen Tatsachen
stellen und die dringend notwendige Reform des deutschen Bildungssystems
einleiten. Als wichtigsten Reformbedarf sieht Döring für Thüringen den
Übergang zum längeren gemeinsamen Lernen bis Klasse 8, die Schaffung
der nötigen personellen Rahmenbedingungen für eine stärkere individuelle
Förderung an Schulen und Hochschulen sowie die Weiterentwicklung der
Thüringer Schulen zu Lern- und Lebensorten für Demokratie.
Döring ruft das Kultusministerium auf, auf den Bildungsstreik
angemessen zu reagieren. „Strafandrohungen und Repressalien, wie sie
2008 beim Schülerstreik angewendet wurden, sollte sich die
Landesregierung im Jahr der Demokratie besser sparen“, mahnt der
Bildungspolitiker. „Es wäre sinnvoller, mit den Streikenden in einen
konstruktiven Dialog zu treten und sich ihrer berechtigten Anliegen
anzunehmen“, sagt er. „Demokratie findet nicht nur in schönen
Sonntagsreden und bei Festveranstaltungen statt, sie muss gerade in der
Auseinandersetzung mit kritischen jungen Menschen auch gelebt werden“,
so Döring an die Adresse des Kultusministeriums.