Auch in Erfurt aktiv: die Abgeordneten Hey, Lemb, Weber und Pressesprecherin Franzisca Friedrich am Infostand Die SPD hat den so genannten „Equal Pay Day“ zum Anlass genommen für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu werben. Mit einem Informationsstand und einer Kartonaktion wurde in der Geraer Fußgängerzone darauf aufmerksam gemacht, dass der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen im Jahr 2010 – wie in den Vorjahren – bei 23% lag. Die Bruttostundenverdienste von Arbeitnehmerinnen waren also durchschnittlich 23% niedriger als die der Arbeitnehmer (Quelle: Statistisches Bundesamt).
„Die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern zeigt, dass die Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist. In Thüringen ist die Situation für Frauen auf Grund des schlechten Lohnniveaus noch einmal deutlich schlechter als im Bundesdurchschnitt. Es ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sich für gleiche Löhne einzusetzen. Über Parteigrenzen hinweg muss es hier einen Konsens geben.“, äußerte sich die Landesvorsitzende der Jusos, Diana Lehmann, die wie im Vorjahr auch diesmal in Gera vor Ort war.
Melanie Siebelist, Mitarbeiterin des Landtagsabgeordneten Wolfgang Lemb (SPD), sieht das ähnlich: „Wenn wir die Abwanderung vor allem junger Frauen aus Thüringen stoppen wollen, muss es Veränderungen geben. Die Lohnlücke hat System. Frauen sind überproportional in Minijobs, Teilzeitbeschäftigungen und im Niedriglohnsektor beschäftigt. Dies hat auch etwas mit Rollenklischees zu tun, die aus den Köpfen verschwinden müssen. Frauen sind nicht die „Ausputzer“ vom Dienst, die per se für Hausarbeit, Kinder und Minijob zuständig sind.“ Wolfgang Lemb selbst engagierte sich auf Grund der Plenarsitzung am Informationsstand in Erfurt.
Die neuen Bundesländer stechen zwar bundesweit positiv hervor: Hier beträgt die Lohnlücke „nur“ 8 Prozent. Jedoch liegen in Thüringen die Löhne für Männer und Frauen so niedrig, dass man sich damit nicht zufrieden geben könne. Für die SPD bleiben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die gleichmäßigere Aufteilung der Elternzeit oder auch Verbesserungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht, wie die Abschaffung des Ehegattensplittings, wichtige Ziele.