Die SPD-Fraktion im Stadtrat Suhl tritt mit Nachdruck dafür ein, die Erzieher und Erzieherinnen an den Horten der Grundschulen im Landesdienst zu belassen.
Nur so ist es möglich, die pädagogische Einheit von Grundschule und Hort zu wahren sowie die Horte als integralen Bestandteil der Grundschulen zu erhalten. Deshalb wird die SPD-Fraktion im Stadtrat Suhl in der nächsten Sitzung des Stadtrates einen Antrag einbringen.Der SPD-Fraktionsvorsitzende Falk Haase: "Grundschule und Hort müssen von einem einheitlichen pädagogischen Konzept getragen werden. Sonst wird der Erhalt der Grundschule als Ganztagsschule nicht möglich sein. Die pädagogische Einheit von Grundschule und Hort setzt aber zugleich eine gemeinsame Personalverantwortlichkeit für alle an der Grundschule tätigen Pädagogen voraus. Lehrer und Erzieherinnen müssen sich an den Grundschulen als Landesbedienstete auf gleicher Augenhöhe begegnen können. Sie müssen gleichermaßen zur Realisierung einheitlicher pädagogischer Zielsetzungen angeleitet werden können. Allen Überlegungen, die Erzieherinnen nicht länger im Landesdienst zu belassen, erteilen wir daher eine klare Absage. In Suhl sind in diesem Schuljahr in 5 Schulhorten insgesamt 44 Erzieherinnen betroffen, die 766 Hortkinder betreuen."
"Wir fordern daher den für die Stadt Suhl zuständigen CDU-Abgeordneten Wolfgang Wehner auf, sich jetzt vor Ort und im Landtag für die Horte einzusetzen. Wer im Wahlkampf immer wieder die wichtige Rolle der Bildungspolitik betont hat, muss jetzt zu seinem Wort stehen", so SPD-Fraktionschef Falk Haase weiter.
Die CDU zerschlägt sehenden Auges die bisherige Struktur der Thüringer Grundschule, auf die sie noch bis vor kurzem selbst stolz gewesen war. Wenn die Pläne Realität werden, verliert Thüringen eine bildungspolitische Errungenschaft mit Vorbildcharakter für die ganze Bundesrepublik. Das Thüringer Hort-Modell gilt bei Fachleuten als vorbildlich. Deshalb ist es unverständlich, wenn diese Thüringer Spezialität jetzt "versalzen" werden soll.
Erst kürzt die Landesregierung die Mittel der Kommunen zusammen und jetzt will sie neue Aufgaben übertragen. "Die Übertragung der Horte an die Kommunen wird den ohnehin schon belasteten Kommunalhaushalt in arge Bedrängnis bringen. Die Finanzierung der Horte ist nämlich nicht dauerhaft gesichert. Die Erhöhung der Hortgebühren oder gar die Schließung einzelner Standorte wird dann kaum noch zu verhindern sein. Das muss auf jeden Fall verhindert werden", betont Fraktionschef Haase.
Aus diesem Grund wird die SPD-Fraktion im Stadtrat Suhl in der nächsten Stadtratssitzung einen Antrag zur Problematik einbringen, mit dem sich der Stadtrat mit Nachdruck dafür einsetzt, die Zuständigkeit für die Horte beim Land zu belassen. Gleichzeitig soll der Oberbürgermeister beauftragt werden den Beschluß dem Ministerpräsidenten des Freistaat Thüringens zu übermitteln.