In seiner Forderung nach einer grundlegenden Reform des Thüringer
Schulwesens sieht sich Hans-Jürgen Döring, bildungspolitischer Sprecher
der SPD-Landtagsfraktion, durch den heute vorgestellten OECD-Bericht
bestätigt.
SPD-Fraktion will grundlegende Reform des Thüringer Schulwesens:
OECD-Bericht offenbart erneut schwere Mängel des gegliederten
Schulsystems
In seiner Forderung nach einer grundlegenden Reform des Thüringer
Schulwesens sieht sich Hans-Jürgen Döring, bildungspolitischer Sprecher
der SPD-Landtagsfraktion, durch den heute vorgestellten OECD-Bericht
bestätigt. Dieser Studie zufolge zeichnet sich das gegliederte
Schulsystem in Deutschland durch eine extrem hohe soziale Selektivität
bei gleichzeitig nur mittelmäßiger Leistungsfähigkeit aus. „Die
OECD-Befunde lassen sich ohne weiteres auf Thüringen übertragen“, sagt
Döring. Bei den bisherigen internationalen PISA-Runden habe das
Kompetenzniveau der Thüringer Schüler um mehr als ein Schuljahr unter
dem der gleichaltrigen Schüler aus den PISA-Spitzenstaaten gelegen.
Zudem habe laut PISA-Konsortium ein Oberschichtenkind in Thüringen bei
gleichem schulischem Kompetenzniveau eine mehr als dreimal so große
Chance ein Gymnasium zu besuchen wie das Kind eines Arbeiters. „Diese
Tatsachen zeigen, dass wir endlich zu umfassenden Verbesserungen beim
Schulsystem kommen müssen“, sagt Döring.
Der Bildungsexperte spricht sich deshalb erneut für die Einführung
längeren gemeinsamen Lernens bis einschließlich Klasse acht aus.
Integrative Schulmodelle hätten sich bei den internationalen PISA-Runden
im Vergleich zum gegliederten Schulsystem nicht nur als
leistungsfähiger, sondern auch als sozial gerechter erwiesen. „Diese
Tatsachen muss endlich auch die Thüringer Landesregierung zur Kenntnis
nehmen“, sagt Döring. Der Bildungspolitiker kündigt zudem an, dass die
SPD-Fraktion bis Jahresende ein eigenes Konzept zur Einführung längeren
gemeinsamen Lernens in Thüringen vorlegen werde.