TLZ V. 13.05.09.Von Jensen Zlotowicz
Die Zukunft des immer teurer werdenden Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und damit auch die der kommunalen Verkehrsgesellschaften PNG (Südkreis) und KVG (Eisenach/Nordkreis) und der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis (VGW) brachte in die gestrige vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft initiierte Podiumsdiskussion mit den Spitzenkandidaten für den Kreistag mehr Zündstoff als erwartet
Eine Busunternehmerin aus dem spärlichen Publikum im "Waldfrieden" in Wolfsburg-Unkeroda hatte dazu aus aktuellem Anlass den Anstoß gegeben. Morgen gibt es Gespräche über neue Strukturen und die mögliche Fusion von KVG und PNG, ließ Reinhard Krebs (CDU) in seiner Position als Landrat durchblicken. Er beruhigte die Vertreterin des Busunternehmens insofern, dass es hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den zwölf Busbetrieben in der VGW auch nach 2011 (dann ist Ausschreibung nach EU-Recht fällig) keine grundsätzliche Veränderungen geben werde.
Die Vertreter von fünf Parteien und den Freien Wählern hatten gestern Abend ihre Visitenkarte abgegeben und politische Auffassungen verdeutlicht. Die Themen Wirtschaft, Konjunkturpaket, Gebiets- und Strukturreform, Verwaltungskosten, Schulnetz samt Berufsschulen oder die Beziehung des Kreises zur Stadt Eisenach kamen dabei zur Sprache.
In Fragen der Wirtschaftsstabilisierung und -förderung, so Reinhard Krebs, müsse die Region zusammen stehen. Eisenach und den Wartburgkreis nannte der Landrat gestern Abend in einigen Bereichen in einem Atemzug. Für eine generelle Gebietsreform plädieren jedoch nur die durch Dr. Hans-Jörg Lessig vertretenen Linken und die Grünen, die ihr Spitzenkandidat Danilo Saft vertrat. Martin Trostmann (Freie Wähler) betrachtet als Bürgermeister von Marksuhl Gebietsreform nur dann als sinnvoll, wenn sie effizient ist. Auch überschaubare Gebietskörperschaften könnten so arbeiten, meint er. Für Lessig ist ein Ende der Eisenacher Kreisfreiheit nötig und machbar. Was mal jahrelang funktioniert habe, gehe heute auch - und noch besser.
Unternehmer Ralf Pollmeier (SPD) hielt sich diesbezüglich bedeckt. Der Kreis könne seiner Meinung nach statt dessen 30 Prozent Verwaltungskosten sparen, die teils in den ÖPNV gesteckt werden sollten, um Busfahren preiswerter und attraktiver zu machen. Weil die Dörfer viele Angebote nicht mehr vorhalten könnten, müssten die Menschen, vor allem die Senioren, auch ohne Auto in die Städte kommen.