Qualifizierung statt "Jobgipfel"

Veröffentlicht am 28.07.2011 in Arbeit

„Langsam setzt sich auch in der Thüringer CDU die Erkenntnis durch, dass mehr Ältere wieder in Beschäftigung gebracht werden müssen, damit der Thüringer Wirtschaft kein akuter Fachkräftemangel droht“, reagiert der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider auf den Vorstoß von Generalsekretär Mario Voigt für einen „Jobgipfel“, um ältere Arbeitssuchende besser in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Allerdings stellt sich mir die Frage, wie diese Einsichten mit den massiven Mittelkürzungen der Bundesregierung im Bereich der Maßnahmen für Qualifizierung und Weiterbildung bei der Bundesagentur für Arbeit zusammen passen.“
 
Nach heute veröffentlichten Zahlen der BA konnten im laufenden Jahr allein 35,9 Prozent weniger Maßnahmen im Bereich „Aktivierung und berufliche Eingliederung“ sowie 22,1 Prozent weniger berufliche Weiterbildungsmaßnahmen in Thüringen durchgeführt werden. Auch die Anzahl der Arbeitsgelegenheiten sank um 37,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
 
„Allein im Jobcenter Erfurt werden wegen der Kürzungsorgie bei den Eingliederungsmitteln durch die CDU-geführte Bundesregierung und deren zuständige Arbeitsministerin von der Leyen in diesem Jahr etwa 25 Prozent weniger Arbeitsuchende eine Maßnahme bewilligt bekommen“, so der Haushaltspolitiker unter Berufung auf Angaben des Jobcenters.
 
„In Thüringen konnten die Auswirkungen der Bundeskürzungen in diesem Jahr noch durch das Landesarbeitsmarktprogramm von SPD-Wirtschaftsminister Matthias Machnig einigermaßen aufgefangen werden, das dieser gegen erhebliche Widerstände aus den Reihen der hiesigen CDU  durchsetzen musste“, erinnert Schneider.
 
„Wenn es Herrn Voigt tatsächlich um die Interessen der älteren Arbeitsuchenden geht, dann soll er sich bei der Bundesregierung für eine Rücknahme der verantwortungslosen Mittelkürzungen in der aktiven Arbeitsmarktpolitik einsetzen. Ansonsten drängt sich der Verdacht auf, dass es sich bei den Einlassungen nur um ein strategisches Ablenkungsmanöver handelt“, so Schneider abschließend.

 
 

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