So intensiv und zielorientiert wie am 13.Februar war die Diskussion innerhalb der SPD- AG 60 plus lange nicht verlaufen. Wir hatten uns den Thüringer Staatssekretär für Bildung, Professor Dr. Roland Merten, eingeladen.
Zuerst erhielten wir einen fundierten Abriss über den Zustand der Bildung in Thüringen.
Wir erfuhren, wie gut die Thüringer Grundschüler in ihrem PISA- Test dastehen, dass aber die 15-Jährigen diesen Stand nicht halten können. Längeres gemeinsames Lernen ist die Devise der SPD, um diese Situation positiv zu verändern. Unter anderem deshalb läuft zurzeit eine Erweiterung des „Thüringer Bildungsplanes für Kinder bis 10 Jahre“, die sich um die Schüler bis zum 18. Lebensjahr kümmert.
Professor Merten zeigte uns die objektiv bestehende Bildungsungerechtigkeit für unsere Kinder auf, die primär ihre Ursachen in den ungleichen sozio- ökonomischen Verhältnissen der einzelnen Elternhäuser hat und sekundär von den unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Eltern und Lehrer an das einzelne Kind geprägt wird. Durch Letztere entsteht das Selbstbild des Kindes- das fürderhin seine eigene Erwartungshaltung an sich selbst beeinflusst. Und damit sein Verhalten in der Gesellschaft!
Die Trennung von Diagnose und anschließender Förderung des Kindes mit den unterschiedlichsten Störungen ist sicherlich eine richtige Entscheidung; dass es augenblicklich bei der Integration dieser Kinder in den „normalen Schulbetrieb“ noch erhebliche Defizite zumindest in der Organisation gibt, wurde von uns mehrfach betont und war vom Staatssekretär auch bereits erkannt.
Dass derselbe sein Metier genau kennt und sich intensiv vor Ort um selbstverständlichen Schulalltag und besondere Probleme kümmert, konnte er glaubhaft vermitteln. Zum Abschluss noch ein Zitat Professor Mertens, das uns besonders gut gefiel und von dem wir uns einiges erhoffen: „Praktiker können vieles besser und müssen eingebunden werden.
Marlies Langer,
Arnstadt