Auf seiner Delegiertenversammlung am vergangenen Samstag in Erfurt hat
sich der Landesfrauenrat Thüringen ausführlich mit der Situation von Frauen
und Kindern in Situationen häuslicher Gewalt beschäftigt.
Körperliche und seelische Gewalt findet überwiegend „zu Hause“ statt und
gehört für viele Opfer leider zum Alltag. Sie kommt in allen gesellschaftlichen
Schichten vor und aus Daten über Polizeieinsätze werden das erschreckende
Ausmaß dieses Verhaltens und der hohe Anteil männlicher Täter sichtbar.
Kathrin Nordhaus und Kathrin Engel von der Interventionsstelle Südost in
Gera, lösten mit ihrem Vortrag zur Arbeit der Interventionsstellen in Thüringen
zwei Initiativanträge aus, die einstimmig beschlossen wurden.
Der Landesfrauenrat spricht sich dafür aus, die Vernetzung von Frauenschutz
und Kinderschutz zu institutionalisieren und damit verbesserte strukturelle
Voraussetzungen zu schaffen für umfassende Hilfe in häuslichen
Gewaltsituationen. Und er fordert, die Unterstützungsnetzwerke bei
häuslicher Gewalt zu stärken und mit den erforderlichen finanziellen und
personellen Mitteln auszustatten.
Die Diskussionen über Kürzungen bei Beratungseinrichtungen,
Frauenhäusern, Frauenschutzwohnungen oder Frauenzentren müssen vom
Tisch.
Im Beisein der Landesgleichstellungsbeauftragten Johanna Arenhövel wurde
die Novellierung des Thüringer Gleichstellungsgesetzes durch die neue
Landesregierung gefordert, damit der Verfassungsauftrag der Thüringer
Verfassung zur Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen und
Männern tatsächlich erreicht werden kann.
Eine wirkungsvolle Maßnahme wäre die Aufwertung und wirtschaftliche
Anerkennung von sogenannten typischen Frauenberufen. Es geht um
qualifizierte, professionelle Humandienstleistungen durch gut ausgebildete
Fachkräfte. Und es muss möglich werden mit einem 40 Stunden-Job den
eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können, forderten die Delegierten der
28 Mitgliedsorganisationen des Landesfrauenrates Thüringen e.V.
Pressemitteilung des landesfrauenrates vom 16.11.09