Stadtrat Günter Kramer (SPD)
SPD-Stadtrat Günter Kramer schlägt etwas mehr vor, als vor der eigenen Türe zu kehren
SPD-Stadtrat Günter Kramer schlägt etwas mehr vor, als vor der eigenen Türe zu kehren
Von Kathrin Schulz. Greiz. Hand aufs Herz - wer hat sich nicht schon geärgert über verkrautete Grünflächen, achtlos weggeworfenen Unrat auf Gehwegen und öffentlichen Grünflächen oder über Dreckecken im Gesicht der Stadt, denen einfach nicht beizukommen ist?
Günter Kramer, langjähriger SPD-Stadtrat und mit Leib und Seele Greizer, überlegt schon lange, wie die Stadt sauberer und lebenswerter werden kann. "Im Grunde genommen ist die Pflege des Stadtgrüns und die Sauberhaltung der Gehwege durch Anwohner und Grünamt der Stadtverwaltung ja geregelt", weiß Kramer, "sieht aber auch, dass das oft nicht ausreicht. Er schlägt daher ehrenamtliche Patenschaften fürs Stadtgrün vor. Und hat sich überlegt, dass es bestimmt einige Greizer gibt, die so wie er selbst auch, "gern etwas mehr tun möchten, als vor der eigenen Türe zu kehren".
Nicht nur vor dem bevorstehenden Thüringentag in Greiz oder weil Stadtjubiläum gefeiert wird. Der 800. Geburtstag allerdings sei mit Sicherheit ein guter Anlass, solche Patenschaften aus der Taufe zu heben, meint Günter Kramer. Er appelliert vor allem ans Herz der Greizer für ihre Stadt und an die Vernunft. Es geht ihm um Grünflächen in Wohngebieten und im Zentrum, die durch ein paar Handgriffe von Anwohnern schnell wieder in Ordnung gebracht werden könnten.
Initiator Kramer selbst würde sich gern um den Spielplatz in der Heyne-Straße/Pohlitzer Straße kümmern, über dieses Areal gern eine ehrenamtliche Patenschaft übernehmen.
Lutz Zürnstein, der im Sachgebiet Grünflächen der Greizer Stadtverwaltung den Hut aufhat, gefällt diese Idee. "Die größeren Arbeiten, wie Gehölzschnitt oder Gießen der Grünflächen, machen wir wie gehabt selbst über städtische Mitarbeiter, mitunter auch über Auftragsvergabe an Firmen. Aber eine Patenschaft über kleine Flächen, wo mal Papier aufzulesen oder Unkraut zu jäten ist, das würde schon sehr helfen im Stadtbild", ist Zürnstein überzeugt.
"Pflegekinder", die gleich in gute Hände abzugeben wären, gebe es allein in der Alt- und Neustadt genug. Beispielsweise an der Tannendorfbrücke/Ecke Wiesenstraße, in der Wiesenstraße selbst, wo straßenbegleitend kleinere Pflanzflächen angelegt sind. Oder auch an der Carolinenstraße, wo die Geranien unter den kleinen Linden einfach Überlebenschancen brauchen. Auch in der Marstallstraße, in der Hohen Gasse/Siebenhitze oder aber auch in der Dr.-Otto-Nuschke-Straße finden sich kleine Flächen, die mit relativ wenig Aufwand in Schuss gehalten werden könnten, schlägt Zürnstein vor. Er weiß, wenn viele kleine Flächen von Paten im Ehrenamt betreut werden, bleibt dem städtischen Grünamt mehr Freiraum für die Sorgenkinder - den verunkrauteten Inselbereich auf der Schlossbrücke beispielsweise oder auch den Schlossgarten, der täglich gereinigt und gepflegt werden muss. Stadtrat Kramer appelliert daher an die Greizer, sich als ehrenamtliche Paten für kleine Grünflächen zu melden. Wer dabei ist, wird um Kontaktaufnahme per Telefon gebeten, entweder bei Günter Kramer, Tel. (03661) 4 23 01, im Sachgebiet Grünflächen bei Lutz Zürnstein unter Tel. (03661) 70 35 10 oder in der OTZ-Lokalredaktion Greiz unter Tel. (03661) 87 56 10.
Kommentar Jede Hand zählt
Von Kathrin Schulz
Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger will Günter Kramer für ein schöneres Gesicht der Stadt sorgen, sondern vielmehr mit viel Herz für Greiz. Schon lange macht sich der gebürtige Greizer darüber Gedanken. Und wirbt daher für Paten im Ehrenamt, die sich um eine kleine Ecke Grün im Stadtbild kümmern. Dabei geht es nicht um Wiesenmahd, die ab Montag wieder beginnt, oder um Gehölzpflege, die läuft und in der Regel wie drei Viertel der Arbeiten auf diesem Gebiet an Firmen vergeben ist. Nein, es geht darum, Papier aufzuheben oder Unkraut zu jäten. Niemand will den Ehrenamtlichen dabei den Schlossgarten zumuten, in dem Mitarbeiter des Bauhofes täglich für Ordnung sorgen müssen, weil es schlichtweg notwendig ist. Allein für Unkrautbeseitigung und Grünflächenpflege gibt die Stadt jährlich rund 200 000 Euro aus.
Um die 150 Hektar machen alle städtischen Grünflächen zusammen aus. Ein beeindruckendes Areal, das fast drei Mal so groß ist, wie der Greizer Park. Da zählt jede helfende Hand, wenn Greiz, wie es das Motto des Thüringentages verspricht, wirklich Reiz haben soll.
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