In Deutschland gibt es Pleitewellen von Firmen, wie Opel und Karstadt oder auch des angeschlagenen Baukonzerns Walter Bau. Doch auf der Sonnenseite stehen BMW, Porsche und die Deutsche Bank.
Das Beispiel Deutsche Bank zeigt, dass die liberale Wirtschaftspolitik der Vergangenheit ihr Ziel verfehlt hat. Moral und soziale Verantwortung werden in Wirtschaftskreisen zu Fremdwörtern degradiert. Da setzen die Josef Ackermanns (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank) trotz Rekordgewinnen mehrere Tausend Leute auf die Straße und kein Aufschrei geht durch das Land.
Vergessen ist der Mannesmannprozess bei dem ein Ackermann mit seinem Siegeszeichen die ?verdienten? Millionen rechtfertigen kann. Der Fall Deutsche Bank zeigt, wie Unternehmen in Deutschland ohne Vernunft und Moral mit den Schicksalen der Menschen und auch ihrer Zukunft spielen. Bald wird es nur noch einige wenige geben, die sich einen Kredit oder eine Einzahlung leisten können. Für eine Einzahlung braucht man Geld und auch einen Kredit bekommt nur, wer eine Sicherheit angeben kann. Somit beraubt man sich seiner eigenen Kunden. Aber das dürfte der Deutschen Bank wenig ausmachen. Vor einigen Jahren wurde extra die Bank 24 für die Kleinkunden geschaffen. Die Deutsche Bank sollten nur noch Kunden mit einem bestimmten Mindestbetrag um die 200.000 DM (noch vor der Umstellung auf den Euro) und Geschäftskunden betreten, mit ?Kleingeld? wollte man sich nicht mehr abgeben, weil dies ja nur ?Peanuts? seien.
Diese Vorgehensweise scheint niemanden mehr zu interessieren. Das Land scheint nach den Rogowskis (bis vor kurzem noch Vorsitzender des Bundes der Deutschen Industrie) nicht mehr in der Lage zu sein, sich gegen die Abschaffung von seit Jahrzehnten erkämpften Rechten zu wehren. Selbst Unternehmer des 19. Jahrhunderts begriffen schon teilweise, dass sie soziale Verantwortung gegenüber ihren Arbeitnehmern haben und diese auch bessere Arbeit abliefern, wenn sie sozial versorgt und ihre Arbeitsbedingungen verbessert wurden.
Die neue Managergeneration hat die Verantwortung und Moral abgelegt. In den ersten Kursen eines BWL-Studiums lernt man ja auch, dass die einfachste Methode für Unternehmen Geld zu sparen, die Entlassung von Mitarbeitern ist. Dies wird ja in den Medien und von der Wirtschaft ständig vorgelebt.
Einigen Firmen geht es sehr gut, die anderen stehen bereits am Abgrund, aber das wird später auf alle Firmen zurückfallen, wenn man sich weiterhin der eigenen Grundlagen beraubt, den ?Käufern?. Durch Entlassungen werden es immer weniger, der Wirtschaftskreislauf wird gebrochen und scheitert. Wenn weiterhin diese Politik unterstützt wird und nicht endlich eine Umkehr stattfindet, dann richten wir uns selbst zu Grunde. In der Gesellschaft muss ein Umdenken stattfinden. Wir brauchen wieder eine Debatte über Verantwortung in den Unternehmen. ?Wenn die Regierung und die Wirtschaft Verantwortung von den Bürgern verlangen, so muss eine soziale Verantwortung von der Wirtschaft verlangt werden und ausgehen.?, so der Landesvorsitzende der Jusos, Peter Metz.