Neue Lösungen für Jugendpfleger suchen

Veröffentlicht am 18.07.2005 in Soziales

Um neue Lösungen für die weitere Finanzierung der Jugendarbeit im Kreis Gotha zu finden, trafen sich der Landtags- und Kreistagsabgeordnete Dr. Werner Pidde und die beiden Waltershäuser Stadträte David Ortmann und Jörg Reichenbach, der auch Kreistagsmitglied ist, mit Verantwortlichen der Kulturfabrik Waltershausen.

Die seit einigen Wochen geplanten Streichungen von Jugendpflegerstellen sollen voraussichtlich auch an der Kulturfabrik nicht vorüber gehen. ?Das Jugendzentrum ist nicht nur Begegnungsstätte von Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen Schichten, sondern auch ein Ort an dem Jugendlichen und Kinder Unterstützung z.B. beim Lösen von Hausaufgaben und schreiben von Bewerbungen angeboten wird. Wer die Jugendlichen dann bei diesen wichtigen Aufgaben unterstützen soll ist fraglich.?, sagte die Jugendpflegerin Annemarie Schwarz. Der sichtlich verärgerte SPD Fraktionsvorsitzende Jörg Reichenbach wirft der Landesregierung vor allem sozialpolitisches Versagen vor. ?Es ist eine Katastrophe mit ansehen zu müssen wie die Landesregierung 70 Mio. Euro für die Sanierung des Landesverwaltungsamtes verschwendet oder eine nicht existierende Spielbank finanziert. Aber den Jugendzentren in ganz Thüringen wird der Geldhahn zugedreht?. Das Land hat zu Beginn des Jahres 23% der Zuweisungen für Jugendclubs gestrichen. Jetzt kürzt der Landkreis. Ca. 10% aller im Kreis beschäftigten Jugendpfleger verlieren ihre Arbeit und somit die Jugendlichen und Kinder ihre Bezugs- und Ansprechpersonen. Gemeinden die bislang einen gut funktionierenden Jugendclub hatten, werden demzufolge bald ohne auskommen müssen. Manch andere Gemeinde oder Einrichtung bleibt hingegen verschont. Reichenbach sieht hier eine riesige Ungerechtigkeit. ?Wir müssen uns dafür stark machen, dass alle Jugendzentren und Jugendpflegerstellen erhalten bleiben. Dazu wäre es auch möglich bei allen prozentual gleich Stelleneinheiten zu kürzen, wenn es nicht anders möglich sein sollte, und somit eine Komplettstreichung von Jugendpflegern in einigen Ortschaften verhindert werden kann. Hier ist Solidarität gefragt von allen. Unsere Kinder und Jugendlichen sollten und müssen es uns wert sein! Über die Finanzierung der weggefallenen Stelleneinheiten bzw. einer Übernahme der Kosten durch die jeweilige Kommune muss jeder Gemeinde- oder Stadtratrat einzeln entscheiden. Unsere Fraktion wird sich auf jeden Fall für eine Übernahme der Kosten einsetzen.?

Jörg Reichenbach
SPD Fraktionsvorsitzender

 
 

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