In einem Erguss mit einem für ihn größtmöglichen Maß an intellektueller Kraft hat sich der Jenaer RCDS-Vorsitzende Sebastian Dewaldt an die Öffentlichkeit gerichtet, um diese an seinem Konzept für eine Finanzierung der Thüringer Hochschulen teilhaben zu lassen.
Die Juso-HSG Jena stellt sich explizit gegen diese Forderungen. „In einer gewohnt ungeordneten Denkweise versucht Dewaldt Studiengebühren und Sozialverträglichkeit als nicht konfligierende Begriffe darzustellen.“ , so Erich Tscherner Sprecher der Juso-HSG. Studiengebühren, egal wie und wann erhoben, bedeuten im Grundsatz immer eine soziale Selektion. „Nicht jedeR Uni-AbsolventIn wird in der Lage sein, die Gebühren im Anschluss des Studiums zu bezahlen. Erstens müsse man sich die Löhne für einige AkademikerInnen ansehen, die liegen teilweise in erschreckend niedrigen Bereichen und eine Rückzahlung von Studiengebühren würde sie an das Existenzminimum treiben. Weiterhin sind gerade die Studierenden, welche auf das BaföG, oder andere, auf spätere Rückzahlung zielende Finanzierungsmöglichkeiten, angewiesen sind, schon belastet.“, so Erich Tscherner weiter. Die Abschreckungswirkung von Studiengebühren wird somit jedenfalls nicht umgangen. Richard Melzer, ebenfalls Sprecher der Juso-HSG ergänzt: „Hinter Dewaldts Worten sieht man, dass nach diesem Modell die Hochschulen, die Aufgabe eines Zulieferbetriebes für die Wirtschaft übernehmen sollen. Auch hinter seinem Bekenntnis zu Langzeitstudiengebühren steht die Auffassung, Bildungseinrichtungen seien für die jeweiligen Teilhaber lediglich der Durchlauferhitzer für die spätere Karriere“.
Abschließend bleibt festzustellen, dass Dewaldt seine angeblich neuen Konzepte zwar mit viel Begeisterung, jedoch dafür umso weniger Geist verfasst hat. Bildung bleibt eine Gut, an dem die gesamte Gesellschaft partizipieren darf, ohne sich dabei irgendwelchen marktrelevanten Prinzipien unterwerfen zu müssen.