Nach über 60 Jahren zurück daheim. Die Odyssee der zwei SPD Fahnen von Probstzella

Veröffentlicht am 13.11.2012 in Parteileben

Nach über 60 Jahren im Exil wurden dem SPD Ortverein Probstzella am Samstag, dem 27. Oktober 2012 seine Fahnen zurückgegeben. Der Probstzellaer Fritz Vogel rettete die Fahnen vor den Nazionalsozialisten und nahm sie 1948 auf der Flucht aus der sowjetischen Besatzungszone mit nach Ludwigstadt. Nun kehren die Fahnen in ihre alte Heimat zurück.

Ludwigsstadt/Probstzella. Die festliche Übergabe der historischen SPD –Ortsvereinsfahne von Probstzella am Samstag in Ludwigsstadt endete mit einem unerwarteten Paukenschlag: Denn für die meisten der über dreißig Gäste aus den SPD-Ortsvereinen von Ludwigsstadt und Probstzella und Umgebung war es eine unerwartete Überraschung, als plötzlich zwei historische und einander sehr ähnliche Fahnen übergeben wurden.

Damit hat das in Deutschland historisch einmalige Ereignis eine weitere Besonderheit erfahren. Neben der hochwertigen Brokatfahne – der eigentlichen Tragefahne – wurde eine weitere aus einfachem Leinen gefertigte Fahne übergeben.

1948 hatte der damalige Werkmeister der Firma Itting in Probstzella, Fritz Vogel, die beiden Fahnen um den Köper geschlungen unter Einsatz seines Lebens bei der Flucht ins bayerische Ludwigsstadt mitgenommen.

Damals bei der Übergabe im Haus seines Vaters in Ludwigsstadt an den dortigen SPD-Ortsverein dabei war Kurt Lindig, der sich erinnert: „Die zweite Fahne hing am Haus des Volkes und Fritz Vogel rettete die Fahne vor dem Zugriff der Nazis.“

Mit der Rückgabe der Fahnen vom SPD-Ortsverein Ludwigsstadt an den 2009 neu gegründeten Ortsverein Probstzella erfüllte sich das Vermächtnis von dem 1968 gestorbenen Fritz Vogel und von Erich Modes, der als letzter Überlebender Zeitzeuge aus dieser Zeit 1945 noch Mitglied in Probstzella war und nach seiner Flucht in Ludwigsstadt als „Ittinger“ eine neue Heimat fand – und dort als Treuhänder über die Rückgabe der Fahne wachte. Denn die Übergabe erfolgte 1948 mit der Maßgabe, diese an einen irgendwann wieder gegründeten Probstzellaer Ortsverein zurück zu geben.

Thüringens stellvertretende SPD-Landesvorsitzende und Sozialministerin Heike Taubert würdigte in ihrer Festrede das Engagement von Fritz Vogel und Erich Modes, die 1945 in der Hoffnung auf Neues die Flucht aus der alten Heimat gewagt hatten. „Die Rettung der Fahnen ist ein starkes Symbol für ihre Sehnsucht, ein gutes Land aufzubauen, das sich mit seinen Nachbarn versteht.“ Sie zog den Bogen in die Gegenwart. „Nur wenn wir gerne in unserem Land leben und wohnen, können wir auch die Menschen empfangen, die als Flüchtlinge in unser Land kommen.“

„Die Fahnen sind einmalig, sie sind Symbole – und sie gehen Euch nicht verloren“, äußerte sie in Richtung der Ludwigsstädter, die die Fahnen 64 Jahre sicher aufbewahrt hatten. Ortsvereinsvorsitzender Andreas Gloth-Pfaff und Kreisvorsitzender Marko Wolfram, zugleich Bürgermeister in Probstzella, versicherten gemeinsam, dass die Fahnen künftig in einem Franz-Itting-Gedächtniszimmer im Haus des Volkes einen Platz finden würden. So kehren beide Fahnen nach einer über 6 Jahrzehnte währenden Odyssee direkt in ihr altes zu Hause zurück, in das Haus des Volkes, an dessen Fassade sie einst geweht hatten.

Weiterer Hintergrund: Dreifache historische Einmaligkeit:

Die SPD-Fahnen von Probstzella – nach aktuellen Erkenntnissen die zweitältesten erhaltenen SPD-Fahnen in Ostdeutschland sind gleich in dreifacher Hinsicht in der SPD-Parteigeschichte historisch einmalig.

Zum einen ist für keine Fahne eine solche abenteuerliche Odyssee über die Grenzen der Besatzungszonen bekannt.

Zum zweiten sind es keine eigentlichen „SPD-Fahnen“, sondern zwei Fahnen der Weimarer Kampforganisation der SPD „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ des Ortsvereins Probstzella, die tatsächlich auch in diesen drei Farben gestaltet waren.

Und zum dritten sind es zwei ähnliche Fahnen des gleichen Ortsvereins – im Gegensatz zu den sonst bekannten Einzelfahnen.

 
 

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