Modell der Gemeinschaftsschule vorgestellt

Veröffentlicht am 05.06.2009 in Allgemein

Eine Zuckertüte von Susanne Köhler für Hans-Jürgen Döring

Dass Bildung eins der großen und starken Themen der SPD ist, bewies der thüringische Bildungsexperte Hans Jürgen Döring bei einer öffentlichen Veranstaltung der Eisenacher SPD im Glockenhof. Beim Thema „Thüringer Gemeinschaftsschule“ bewies er wieder einmal, wie sehr er mit dem sozialdemokratischen Anliegen nach längerem gemeinsamen Lernen verwurzelt ist.

So konnte er nach einer kurzen inhaltlichen Vorstellung des Schulmodells (s. Kasten) souverän und interessant die Fragen aus dem Publikum beantworten, beispielsweise nach dem Unterschied zur Gesamtschule und nach bereits bestehenden ähnlichen Schulen in Thüringen. Besonders begeistert erzählt Hans Jürgen Döring von seinen Beobachtungen in Finnland, aber auch Schleswig-Holstein kann inzwischen auf einige Jahre Gemeinschaftsschule verweisen.
Bedenken wurden an diesem Abend keine erhoben, aber trotzdem betonte der Bildungsexperte: Die Thüringer Gemeinschaftsschule soll nicht im Hauruckverfahren, sondern prozessorientiert und vor allem auf freiwilliger Basis eingeführt werden. Andere Schulen sollen dafür nicht geschlossen werden. „Die Thüringer Gemeinschaftsschule ist ein Angebot“, betont er, „aber ein sehr gutes.“ Auch Thomas Levknecht und Susanne Köhler (beide vertreten die SPD im städtischen Bildungsausschuss) sind begeistert von der Idee, die neue Schulform auch in Eisenach umsetzen zu können. „Davor brauchen wir aber noch die Landtagswahlen“, bremst Hans Jürgen Döring einige ganz ungeduldige Teilnehmer der Veranstaltung. „Ich bin mir aber sicher, dass in den nächsten Jahren jeder Schulträger in Thüringen mindestens eine Gemeinschaftsschule eröffnen wird“, zeigt er sich zuversichtlich.

Um diese Zuversicht zu unterstützen, bekam er von der Eisenacher SPD eine Schultüte geschenkt - auf dass er bald den ersten Schultag der Thüringer Gemeinschaftsschule erleben möge.
Die wichtigsten Prägungsmerkmale der Gemeinschaftsschule sind:

• Längeres gemeinsames Lernen bis Klasse 8
Davon profitieren Schüler aller Schulzweige, und anschließend bleibt für die Gymnasiasten noch ausreichend Zeit für die Vorbereitung aufs Abitur.

• Eine neue Lernkultur
Offenes Lernen in jahrgangsgemischten Gruppen und Binnendifferenzierung sind wesentliche Bestandteile der Gemeinschaftsschule. So können Schwächen gemildert und Stärken gefördert, können individuelle Lernwege beschritten werden. Das ermöglicht effektiveres Lernen für alle, sowohl für schwache als auch für starke Schüler/innen.

• Keine Konkurrenz für das Gymnasium!
Die Gemeinschaftsschule versteht sich als ein die Schullandschaft bereicherndes Angebot. Eine Gemeinschaftsschule kann eine eigene gymnasiale Oberstufe angliedern, aber auch mit einem bereits bestehenden Gymnasium kooperieren. Eltern sollen auch weiterhin die Wahl haben, auf welche Schulform sie ihr Kind schicken wollen.

 
 

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