– dies ist für den Trägerkreis des Volksbegehrens „für eine bessere Familienpolitik in Thüringen“ die wesentliche Erkenntnis aus der Anhörung im Ausschuss für Gesundheit, Familien und Soziales im Thüringer Landtag. „Die ganze Dramatik der Situation in den Thüringer Kindertagesstätten wurde hier noch einmal deutlich,“ so Ralph Lenkert, Sprecher der Initiative.
Mindestens 2000 zusätzliche Vollzeitstellen für Erzieherinnen und Erzieher werden bereits heute in Thüringen benötigt, um den Empfehlungen der EU zur Bildung und Betreuung unserer Kleinsten zu entsprechen. Dazu Ralph Lenkert: „Wir mussten leider erkennen, dass selbst der Personalschlüssel, den das Familien-Volksbegehren vorgeschlagen hatte, und der jetzt von SPD und Linke als Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht wurde, nicht ausreicht, die EU-Standards für Thüringen umzusetzen. Hier muss noch mal entschieden draufgesattelt werden!“ Lenkert betonte, dass ein erheblicher Teil der zusätzlichen Stellen dadurch besetzbar sei, dass viele Erzieherinnen, die heute nur Teilzeit arbeiten dürfen, künftig wieder Vollzeit arbeiten könnten.
In der Anhörung wurde des Weiteren deutlich, dass ohne entschiedenes und sofortiges Gegensteuern durch die Landespolitik in den nächsten Jahren eine deutliche Lücke zwischen vorhandenen und benötigten Erzieherinnen entstehen wird. Dies ist auf das hohe Durchschnittsalter der Erzieherinnen und die daher demnächst zunehmenden Pensionierungen sowie auf die Versäumnisse bei der Ausbildung neuer Erzieherinnen zurückzuführen. Verschärft wird das Problem dadurch, dass die Arbeitsbedingungen in Thüringen wie etwa der Zwang zur Teilzeit dazu führen, dass gut ausgebildeter Nachwuchs in andere Bundesländer abwandert.
Die Sprecher des Volksbegehrens für eine bessere Familienpolitik begrüßen es deshalb ausdrücklich, dass der neue Kultusminister – anders als der CDU-Sozialexperte Panse - endlich die Notwendigkeit zur Korrektur des Familienfördergesetzes erkennt und zwingenden Handlungsbedarf für die Kindertagesstätten betont.
Dazu Ralph Lenkert: „Wir sind zuversichtlich, dass sich der neue Kultusminister an den EU Standards orientiert – alles andere wäre nach diesen hoffnungsvollen Signalen eine schwere Enttäuschung und müsste eine Fortsetzung des Volksbegehrens nach sich ziehen.“
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