Autor Roman Grafe, Wolfgang Tiefensee und Bundestagskandidat Christoph Majewski bei der Vorstellung des Buches »Mehr Licht. Das Lebenswerk des Roten Itting« am Donnerstag, dem 17.01.2013 im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Volles Haus (ca. 70 Gäste) und eine angeregte Diskussion über einen großen Sozialdemokraten aus unserer Region, der viel zu lang vergessen war. Roman Grafe hat mit diesem Buch (und seinem Dokumentarfilm) Franz Itting wieder ins Bewußtsein der Menschen zurückgerufen. Ittings Leben und Lebenswerk ist Vorbild und Mahnung zugleich.
Als junger Mann hatte der Sozialdemokrat Franz Itting im thüringischen Probstzella 1908 ein Elektrizitätswerk gegründet. Seinen Arbeitern ließ er Wohnungen bauen, sogar ein »Haus des Volkes«. Nazis steckten den »Roten Itting« ins Konzentrationslager. Kommunisten sperrten ihn 1948 erneut ein und enteigneten ihn. Nach seiner Flucht ins bayerische Ludwigsstadt hat Franz Itting noch einmal einen Betrieb aufgebaut, mit 75 Jahren. Bis in seine letzten Tage hinein ist er in die Firma gegangen. Franz Itting hat immer wieder an die Gemeinschaft geglaubt. Sein Leben zeigt, wie das zwanzigste Jahrhundert in Deutschland war, und auch, wie es hätte sein können.
»Ein Lehrstück über unsere Geschichte« (Heinrich Breloer)
Der Autor Roman Grafe, geboren 1968 im Nordosten der DDR, studierte nach seiner Übersiedlung im Januar 1989 nach Bayern Journalistik. Seit 1993 arbeitet er für die ARD und die »Süddeutsche Zeitung«. Als Buchautor veröffentlichte er unter anderem 2002 seine vielbeachtete Chronik »Die Grenze durch Deutschland«. Im MDR-Fernsehen lief 2007 Roman Grafes einstündiger Dokumentarfilm zum Lebenswerk des Franz Itting.