Matthias Doht mit Gerhard Sippel, ehemaliger Direktor des Elisabeth-Gymnasiums Ein Wahlamt ist ein Amt auf Zeit. In der Vorwoche endete die sechsjährige Amtszeit von Matthias Doht als Oberbürgermeister der Wartburgstadt Eisenach. Der Sozialdemokrat wurde in festlichem Rahmen verabschiedet. Viele waren gekommen, um Matthias Doht Dank und Respekt gleichermaßen zu zollen. Die Stühle im Ratssaal reichten nicht aus. Viele Institutionen, Vereine und Verbände hatten Vertreter geschickt. Viele Bürger waren gekommen. Langjährige Mitstreiter hatten sich eingefunden.
Bürgermeisterin Ute Lieske würdigte das kommunalpolitische Wirken von Matthias Doht, beginnend 1990 als Baudezernent, dann viele Jahre als SPD-Fraktionsvorsitzender der Oppositionsführer im Eisenacher Stadtrat und von 2006 als Oberbürgermeister. Ganz viele Projekte seien mit seinem Namen verbunden. Auch nicht wenige, deren Vollendung noch anstehe. Darauf nahm Matthias Doht auch selbst Bezug. Er erinnerte daran, dass trotz leerer Stadtkasse Schulen (Wartburgschule, Hörselschule) und Kindertagesstätten grundhaft saniert wurden. Auch die Sanierung der Sportanlagen im Wartburgstadion konnte durch geschickten Einsatz der Mittel aus dem Konjunkturpaket realisiert werden. Verschwunden ist die schwarze Aschenbahn aus der Zeit des Baus des Stadions vor 55 Jahren. Christiane Winter, die Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, bezeichnete Matthias Doht mit Verweis auf die Brücke beim OPEL-Werk sowie die neue Fußgängerbrücke zwischen Amrastraße und Sportkomplex Katzenaue als „Brückenbauer“. Sie erinnerte an den permanenten Einsatz für die Gestaltung der Lutherdekade in Eisenach. „Du hast wesentlich dazu beigetragen, dass auf Bundesebene nicht nur Wittenberg und Berlin in Sachen Luther im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Wartburgstadt Eisenach“, betonte Christian Winter. Sie verwies ebenso auf die „Herzensangelegenheit“ Stiftung „automobile welt“. Um Arbeitsplätze sei es ihm stets gegangen, stellte Matthias Doht noch einmal heraus. „Pragmatisch, um Ziele zu erreichen“, sei er an vieles herangegangen. Er dankte den Mitarbeitern der Stadtverwaltung.
Matthias Doht hatte während seiner Amtszeit stets auf die Unterstützung und Würdigung des bürgerschaftlichen Engagements der Eisenacher großen Wert gelegt, hob bei seinem Abschied nochmals den Stellenwert der vielen Vereine und Verbände hervor. Mehrere Vereine hatten vor fünf Wochen eine eigene „Dankesparty“ für Matthias Doht ausgerichtet! Während der Verabschiedung im Ratssaal hob Nathalie Fuckel, Seniorenbeiratsvorsitzende, das Verständnis von Matthias Doht für die Senioren der Stadt einhergehend mit regelmäßigen Konsultationen hervor. Theaterintendant Ansgar Haag verwies in seiner kurzen Ansprache auf das konsequente Eintreten des scheidenden Rathauschefs für das Eisenacher Theater. Regina Müller, die Vorsitzende der Eisenacher CDU und deren Fraktion im Stadtrat, dankte Matthias Doht für dessen Einsatz an der Stadtspitze. Der Direktor des Wartburg College aus Eisenachs Partnerstadt Waverly (USA) und ein Abgesandter der Partnerstadt Marburg würdigten das städtepartnerschaftliche Wirken von Matthias Doht. Waverly werde sich freuen, Matthias Doht nun oft als Privatperson begrüßen zu dürfen.
Er werde nun etwas Abstand gewinnen, seine Frau bei der Gartenarbeit mehr unterstützen, im öffentlichen Leben aber nicht untertauchen, erklärte Matthias Doht, bevor er gemeinsam mit Ute Lieske sein Foto in der „Ahnengalerie“ der Eisenacher Stadtoberhäupter im Rathaus anbrachte.
Th. Levknecht