In die aktuelle Debatte um den Einwohnerantrag zum Schulbauprogramm bringt sich auch der Landtagsabgeordnete Wolfgang Lemb ein. Der Sozialdemokrat bezieht sich dabei auf die Äußerung des FDP-Kreisvorsitzenden Falk Nerger, der eine konzertierte Aktion der Geraer Mandatsträger in Bund und Land forderte.
„Es ist richtig, dass wir einen verstärkten Einsatz der Geraer Mandatsträger für unsere Stadt benötigen. Ich setze mich bereits seit Monaten für das Schulbauprogramm ein, insbesondere die Sanierung der IGS, weil die Schulen in Gera natürlich Priorität haben müssen. Aber die jetzt angestoßene Debatte, bei der das Schulbauprogramm, das Kunsthaus und die Wirtschaftsförderung gegeneinander ausgespielt werden, ist wenig hilfreich.“, so Lemb.
Nach Auffassung des Wirtschaftspolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion sei es nun einmal die Herausforderung von Kommunalpolitik verschiedene Projekte parallel zum Erfolg zu bringen. So sei es notwendig den Zusammenhang von Kunst und Kultur und einer florierenden Wirtschaft endlich anzuerkennen. „Weiche Standortfaktoren wie ein überregional bekanntes Kunsthaus sind sicher nicht die einzigen und Ausschlag gebenden Faktoren, aber machen die Stadt für AkademikerInnen und potenzielle Unternehmensgründungen interessant.“
Die Studie „The Phantom of the Opera“ der Universität Jena habe erst kürzlich diesen Zusammenhang am Beispiel der Stadt Dresden belegt.
Wolfgang Lemb erläutert dieses Phänomen so: „Sie müssen sich nur fragen, woran Sie beim Stichwort Dresden denken. Wenn Ihnen die Frauenkirche und die Semperoper einfallen, müsste klar werden, warum wir für Gera auch ein positiv besetztes Kulturgut brauchen.“
Statt wie auf einem Basar Projekt A gegen Projekt B zu tauschen, sei es jetzt notwendig gemeinsam den Druck mit Blick auf den nicht genehmigten Haushalt zu erhöhen, damit im Landesverwaltungsamt zügig eine positive Entscheidung gefällt wird, meint Lemb. „Wenn Gera langfristig attraktiv sein will, brauchen wir ein Kunsthaus, mit dem wir für unsere Stadt werben können. Wir brauchen sanierte Schulen, die den Kindern der Stadt gute Lernbedingungen bieten.
Und wir brauchen eine funktionierende Wirtschaftsförderung.“, ist Lemb überzeugt. „Übrigens ist eine gewisse Grundstimmung in einer Stadt auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Da ist auch jede und jeder selbst gefragt.“, so Lemb.