Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag begrüßt die Initiative der Tarifpartner in Thüringen zur Verbesserung des Lohnniveaus. „Mit dem Aufruf an die Thüringer Unternehmen im Rahmen der gemeinsamen konzertierten Aktion den jeweiligen Arbeitgeberverbänden und Tarifgemeinschaften beizutreten wird deutlich, dass die Verabredungen dazu im Koalitionsvertrag nun in die Phase der Umsetzung kommen“, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Wolfgang Lemb.
Da nur jedes vierte Unternehmen einer Tarifbindung unterliege und nur ca. die Hälfte aller Beschäftigten in Thüringen von tariflichen Regelungen profitiere werde der Nachholbedarf in Thüringen deutlich.
Es sei zwar klar, dass mit dieser Erklärung der konzertierten Aktion zunächst nur der Aufruf an die Unternehmen in Thüringen ergangen ist. Wichtig sei, dass auf dieser Plattform der politischen Verabredung nun die Gewerkschaften, vor allem aber die Arbeitgeber gefordert seien, diese Verabredung praktische Schritte folgen zu lassen.
„Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen in Thüringen, gerade im Bereich der Metall- und Elektroindustrie, wo es gelungen ist, mit entsprechenden Tarifregelungen Arbeitnehmer schrittweise an höhere Löhne heran zu führen“, so der SPD-Wirtschaftspolitiker. Daran werde deutlich, dass die Verabredung der konzertierten Aktion keine Ankündigungsrhetorik sei, wie gerade von Vertretern der FDP gerne unterstellt werde, sondern die notwendige politische Begleitung mit dem Ziel, ein höheres Lohnniveau in Thüringen zu vereinbaren.
„Auch die Überlegungen zur Verbesserung der Ausbildung seien angesichts der Qualifikation bei einigen Schulabgängern einerseits und den Qualifikationsanforderungen der Unternehmen andererseits, notwendig, so Lemb.
In diesem Zusammenhang äußerte Lemb Kritik an dem Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, Herrn Grusser. Es geht nicht darum, „alten Wein in neue Schläuche zu gießen“, kritisierte Lemb die Aussagen von Grusser. Es geht vielmehr darum, mit der Idee eines „nullten - also vorgeschaltetem - Ausbildungsjahres“ den Schulabgängern die dies aufgrund ihrer Qualifikation benötigten, eine neue Perspektive zu geben. Dabei gründet sich die Idee auf der Überlegung, diese Auszubildenden mit diesem Lösungsansatz an die betriebliche Ausbildung zu koppeln. Das genau sei bei den Berufsvorbereitungsjahren in der bisherigen Form so nicht der Fall.
„Insofern empfehle ich jedem zunächst einmal nachzudenken und zu prüfen, bevor man öffentlich neue Ideen und Lösungsansätze kritisiert“, so Lemb.