Die Jusos Thüringen begrüßen die Entscheidung des Ministerpräsidenten, Dieter Althaus, auch nach 2009 auf Studiengebühren verzichten zu wollen. Seine Entscheidung begründete Althaus in einem Interview am 19. Juli gegenüber dem Freien Wort mit der Attraktivität des Studien-Standortes Thüringen.
Ob sich aber allein durch den Verzicht auf Studiengebühren die Attraktivitätsnachteile abbauen lassen, die unter Althaus mit der Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes und der damit verknüpften Gebührenordnung noch verstärkt wurden, bleibt abzuwarten. Gegen die Einführung von Studiengebühren sprechen andere Gründe, als bloße Attraktivitäts- und Wettbewerbsüberlegungen. Marc Emmerich, hochschulpolitischer Sprecher der Jusos Thüringen: „Sie verschärfen unter anderem die soziale Selektivität des Bildungssystems und begünstigen den Abbau der Hochschulen zu bloßen Dienstleistern.“
Den Verzicht auf Studiengebühren mit Attraktivitätsvorteilen zu begründen, bedeutet gleichzeitig, Studiengebühren in anderen Ländern zu bestätigen. Für die Gebührengegner würde es sich daher nur um einen Scheinerfolg in Thüringen handeln.
Konsequenterweise müsste Althaus mit seiner Entscheidung auch den im Thüringer Hochschulgebühren- und -entgeltgesetz eingeführten Verwaltungskostenbeitrag zurücknehmen, welcher bislang den ersten Schritt in Richtung Studiengebühren darstellte.