Juso-Hochschulgruppe: „Den Wohnraum im Rathaus nutzen“

Veröffentlicht am 27.10.2010 in Stadtrat

Heute findet um 17.15 Uhr ein Flashmob vor dem Rathaus statt. Die Teilnehmenden werden ihre Schlafsäcke mitbringen und so symbolisch ein Zeichen für mehr Wohnraum setzen. Erich Tscherner, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe Jena (Juso-HSG) erklärt dazu: „Wir Jusos als Jugend- und Studierendenverband der SPD solidarisieren uns mit den Teilnehmenden an diesem Flashmob. Jena braucht mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende, Rentner_innen und Geringverdienende!“

Die Stadt Jena rühmt sich damit im bundesweiten Vergleich nur einen durchschnittlichen Leerstand aufzuweisen. Außerdem verweist sie auf den im Vergleich zu westdeutschen Städten moderaten Mietspiegel. De facto ist die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt aber so groß, dass viele Studierende und andere Einkommensschwache in Jena kein Dach über dem Kopf finden.

Gerade im Zuge der Diskussion um die Bebauung des Eichplatzes wird klar, dass das Wohnungsproblem von vielen Verantwortlichen nicht gesehen wird. Es ist die schwerpunktmäßige Bebauung mit Geschäftsbauten, insbesondere einem Objekt für die Einrichtung eines Großmarkts für Elektronikartikel vorgesehen. Dagegen sollen nur wenige aber teure Wohnungen entstehen.

Erich Tscherner erklärt dazu: „Die Stadt Jena braucht nicht noch mehr Konsummöglichkeiten. Die Laufkundschaft gibt keinen größeren Wettbewerb her. Ein Elektronikmarkt der außerdem einkommensschwachen Menschen ihr letztes Geld für Unterhaltungselektronik aus der Tasche zieht ist barer Unsinn.“

Richard Melzer, ebenfalls Sprecher der Juso-HSG, unterstreicht stattdessen die Forderungen der Hochschulgruppe: „Wir brauchen die freien Bauflächen für Wohnungen. Es müssen jedoch bezahlbare Wohnungen gebaut werden, die in öffentlicher Hand verbleiben! Darin müssen Studierende und andere Einkommensschwache ein neues Zuhause finden können.“

„Ansonsten“, so erklärt Erich Tscherner, „müssten die Flashmob-Aktiven einen Schritt weitergehen und den möglichen Wohnraum im Rathaus besetzen.“ Wenngleich dieser Aufruf nur ein Witz ist, so zeigt er erneut die prekäre Lage auf Jenas Wohnungsmarkt.

 
 

Homepage Juso-HSG Jena

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